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Fußballtraining Herren: Trainingswoche für Amateure mit 2–3 Einheiten

Im Amateurfußball ist Trainingszeit knapp: zwei oder drei Einheiten pro Woche, wechselnde Beteiligung, Spieler, die nach einem Arbeitstag auf den Platz kommen. Gutes Fußballtraining für Herren im Amateurbereich holt aus dieser Zeit das Maximum heraus, indem fast alles mit Ball und in Spielformen passiert und jeder Wochentag eine klare Funktion hat. Dieser Artikel zeigt eine Trainingswoche für zwei und für drei Einheiten und beschreibt die Haupteinheit der Woche im Detail.

Taktische Grafik: Organisation einer Herren-Trainingseinheit mit einer Spielform 4 gegen 4 plus zwei Jokern auf zwei Tore in der einen Hälfte und einem Überzahlangriff 3 gegen 2 auf das große Tor in der anderen.

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In diesem Artikel
  1. Fußballtraining Herren im Amateurbereich: was anders ist
  2. Die Trainingswoche: zwei oder drei Einheiten
  3. Die Haupteinheit im Detail (Dienstag, 90 Minuten)
  4. Abschlussspiel und Ausklang
  5. Die anderen Einheiten der Woche
  6. Anpassungen an den Amateuralltag

Fußballtraining Herren im Amateurbereich: was anders ist

Eine Kreisliga- oder Bezirksligamannschaft trainiert typischerweise zweimal, manchmal dreimal pro Woche für 90 Minuten, gespielt wird meist am Sonntag. Die Spieler sind zwischen 18 und Mitte 30, arbeiten oder studieren, und die Trainingsbeteiligung schwankt. Ein Athletiktrainer fehlt in der Regel, Vorbereitung und Regeneration liegen weitgehend in der Verantwortung des Spielers.

Daraus ergeben sich vier Leitlinien:

  1. Ball in jeder Übung. Ausdauer, Schnelligkeit und Kraftausdauer lassen sich über Spielformen steuern: kleiner Raum und wenige Spieler erhöhen die Zahl der Antritte und Zweikämpfe, großer Raum erhöht die Laufstrecken.
  2. Jede Einheit hat eine Funktion. Die intensivste Einheit liegt in der Wochenmitte, die letzte vor dem Spiel ist kürzer und frischer.
  3. Verletzungsprävention ist Teil des Aufwärmens. Programme wie das FIFA 11+ sind für Amateurfußballer entwickelt und werden für mindestens zwei Einheiten pro Woche empfohlen. Sie kosten rund 20 Minuten, lassen sich aber mit Ball und Spielformen kombinieren.
  4. Weniger Inhalte, mehr Wiederholung. Ein taktisches Thema pro Woche reicht. Lieber eine Idee viermal in verschiedenen Spielformen als vier Ideen je einmal.

Die Trainingswoche: zwei oder drei Einheiten

Die folgenden Pläne gehen von einem Spiel am Sonntag aus. Bei einem Spiel am Samstag verschiebt sich alles um einen Tag.

Tag2 Einheiten3 Einheiten
Montagfrei; Spieler mit viel Spielzeit: lockeres Radfahren oder Laufen nach Gefühlfrei
DienstagHaupteinheit: kleine und mittlere Spielformen, hohe Intensität, WochenthemaIntensive Einheit: kleine Spielformen, Zweikämpfe, Prävention
Mittwochfreifrei
DonnerstagSpielnahe Einheit: große Spielformen, Standards, kurze SchnelligkeitsreizeHaupteinheit: Wochenthema in großen Räumen, 11 gegen 11
Freitag–Kurz (60–70 Min.): Schnelligkeit, Standards, Abschluss, lockeres Spiel
SonntagSpielSpiel

Bei zwei Einheiten muss der Dienstag sowohl intensive Spielformen als auch das taktische Thema tragen. Der Donnerstag ist spielnäher, mit größeren Räumen, Standardsituationen und kurzen, explosiven Sprints mit vollständiger Pause. Bei drei Einheiten wird der Dienstag zur intensiven Einheit in kleinen Räumen, der Donnerstag zur Haupteinheit in großen Räumen, und der Freitag wird kurz gehalten, damit die Spieler am Sonntag frisch sind.

Die Haupteinheit im Detail (Dienstag, 90 Minuten)

Die folgende Einheit ist für 14–18 Feldspieler und zwei Torhüter geplant. Wochenthema: schnelles Spiel nach vorn und Abschluss nach Überzahl.

TeilZeitInhaltZiel
Aufwärmen20 Min.Präventionsprogramm (Lauf- und Kraftteil), Rondo 5 gegen 2Verletzungsprävention, Aktivierung
Übung 118 Min.4 gegen 4 + 2 Joker auf zwei ToreIntensität, Abschluss, Umschalten
Übung 220 Min.Wellen 3 gegen 2 auf das große TorÜberzahl ausspielen, Abschluss
Abschlussspiel24 Min.8+TW gegen 8+TW von Strafraum zu StrafraumWochenthema im Spiel
Ausklang8 Min.Auslaufen, Dehnen, kurze AnspracheRegeneration

Aufwärmen (20 Minuten)

Zuerst 10–12 Minuten Präventionsprogramm, zum Beispiel Laufübungen und eine Auswahl der Kraft-, Sprung- und Gleichgewichtsübungen aus dem FIFA 11+ (Planks, Nordic Hamstrings in kleiner Wiederholungszahl, einbeinige Kniebeugen, Sprünge mit sauberer Landung). Das Programm wirkt nur, wenn es regelmäßig und sauber ausgeführt wird. Der Trainer achtet besonders auf die Kniestellung bei Landungen und Kniebeugen: Das Knie zeigt über den Fuß und knickt nicht nach innen ein.

Danach 8 Minuten Rondo 5 gegen 2 in 15×15 Metern mit zwei Kontakten; wer den Fehler macht, geht in die Mitte. Torhüter wärmen sich parallel mit dem Torwarttrainer oder in Eigenregie auf. Das Rondo bringt die Spieler mental in die Einheit: Nach einem Arbeitstag braucht es ein paar Minuten, bis Wahrnehmung und Ballgefühl da sind.

Rondo 5 gegen 2 15×15 m Team A Gegner Pass Laufweg Pressing
Grafik 1. Rondo 5 gegen 2: Der Verteidiger läuft den Ballführenden an, der Ball geht an ihm vorbei zum freien Außenspieler. Der rechte Außenspieler verschiebt bereits, um die nächste Passlinie zu öffnen. In der Taktiktafel öffnen ↗

Übung 1: 4 gegen 4 + 2 Joker auf zwei Tore (18 Minuten)

  • Organisation: Feld von 30×25 Metern, zwei Tore mit Torhütern (Jugendtore oder mobile Tore). Zwei Teams zu vier, zwei Joker an den Seitenlinien, die mit dem ballbesitzenden Team spielen. Bei 16 Feldspielern zwei Felder oder ein drittes Team als Wechselmannschaft.
  • Regeln: Joker mit zwei Kontakten, nur an der Seitenlinie. Ein Tor nach Pass vom Joker zählt doppelt. Nach Ballverlust sofort Gegenpressing.
  • Dauer: 4 Durchgänge à 3 Minuten, 2 Minuten Pause. Wechselteam kommt nach jedem Durchgang hinein, Joker wechseln mit.
  • Variante leichter: Feld 35×30 Meter; Joker dürfen ins Feld.
  • Variante schwerer: Feldspieler mit zwei Kontakten; Tore nur direkt.
  • Coaching: Torabschluss bei jeder Gelegenheit, Nachsetzen nach Torwartabwehr, schnelles Umschalten. Wenig Unterbrechungen, nur kurze Hinweise in den Pausen.
4 gegen 4 + 2 Joker auf zwei Tore J J 30×25 m – 4 × 3 Min. Team A Gegner Neutraler Spieler Pass
Grafik 2. 4 gegen 4 + 2 Joker: Team A spielt über den linken Joker, der den Ball diagonal in den Lauf des Mitspielers gibt. Dieser schließt direkt ab. In der Taktiktafel öffnen ↗

Übung 2: Wellen 3 gegen 2 auf das große Tor (20 Minuten)

  • Organisation: eine Hälfte des Großfelds, großes Tor mit Torwart. Angreifer in Dreiergruppen an der Mittellinie, zwei Verteidiger im Strafraumbereich, die nächsten Verteidiger warten seitlich. An der Mittellinie zwei Minitore für die Konter der Verteidiger.
  • Regeln: Drei Angreifer starten mit Ball und haben zehn Sekunden für den Abschluss. Gewinnen die Verteidiger den Ball, kontern sie auf die Minitore. Danach starten die nächsten drei Angreifer gegen zwei neue Verteidiger. Die Angreifer der vorherigen Welle werden Verteidiger der übernächsten.
  • Dauer: 3 Serien à 5 Minuten, 1:30 Minuten Pause. Pro Spieler sind das bei 16 Feldspielern etwa 8–10 Angriffe.
  • Variante leichter: 3 gegen 1, danach 3 gegen 2.
  • Variante schwerer: 3 gegen 2 plus ein Verteidiger, der zwei Sekunden später von der Mittellinie nachsetzt.
  • Coaching: Der Ballführende dribbelt einen Verteidiger an und bindet ihn, bevor er abspielt. Die Außenläufer bleiben breit und starten in die Tiefe. Nach Flanke oder Querpass ein Spieler zum ersten Pfosten, einer zum zweiten.
  • Häufiger Fehler: Der Ballführende spielt zu früh ab, sodass ein Verteidiger zwei Angreifer verteidigen kann. Zweiter Fehler: Alle drei laufen auf einer Linie, ohne Staffelung.
Wellen 3 gegen 2 Team A Gegner Pass Laufweg Dribbling Pressing
Grafik 3. Wellen 3 gegen 2: Der zentrale Angreifer dribbelt an, bindet den Verteidiger und spielt auf den rechten Läufer. Dessen Querpass findet den linken Läufer am zweiten Pfosten. Die nächste Welle wartet an der Mittellinie. In der Taktiktafel öffnen ↗

Abschlussspiel und Ausklang

  • Organisation: Zwei Tore auf den Strafraumgrenzen eines Großfelds, Spielfeld also etwa 70×60 Meter. 8+TW gegen 8+TW, Grundordnung wie im Wettspiel (zum Beispiel 3-2-2-1 als verkürzte Form des eigenen Systems).
  • Regeln: Ein Tor innerhalb von zwölf Sekunden nach Ballgewinn zählt doppelt. Abseits gilt ab der Mittellinie.
  • Dauer: 2 Durchgänge à 10 Minuten, 4 Minuten Pause.
  • Coaching: Thema der Woche ansprechen, sonst laufen lassen. Spieler, die bereits viel gelaufen sind, in der Pause kurz fragen, wie sie sich fühlen.
8+TW gegen 8+TW von Strafraum zu Strafraum ca. 70×60 m Team A Gegner Pass Laufweg Dribbling
Grafik 4. 8+TW gegen 8+TW: Team A erobert den Ball im Mittelfeld und spielt sofort auf den Flügel. Der Flügelspieler dribbelt nach vorn, der Stürmer startet in den Strafraum. In der Taktiktafel öffnen ↗

Ausklang: acht Minuten lockeres Auslaufen und Dehnen, dann eine kurze Ansprache mit einem Satz zum Wochenthema und organisatorischen Hinweisen zum Spiel. Wer will, notiert die Anstrengung der Einheit auf einer Skala von 0 bis 10. Über einige Wochen zeigt diese einfache Zahl, ob die Belastung schwankt.

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Die anderen Einheiten der Woche

Donnerstag (bei zwei Einheiten): spielnah und frisch

  • Aufwärmen mit Präventionsprogramm und Passform, 15 Minuten.
  • Positionsspiel 7 gegen 7 + 3 auf großem Feld (50×40 Meter), 3 × 5 Minuten.
  • Standardsituationen: je 10 Minuten offensive und defensive Ecken und Freistöße.
  • Abschlussspiel 10 gegen 10 oder 11 gegen 11 auf Großfeld, 2 × 12 Minuten.
  • Vier bis sechs kurze Sprints (10–20 Meter) mit vollständiger Pause, eingebaut nach dem Aufwärmen, nicht am Ende.

Freitag (bei drei Einheiten): kurz und aktivierend

  • 60–70 Minuten, davon kein Teil mit hoher Laufbelastung.
  • Rondos, Torschuss in kleinen Gruppen, Standards, ein lockeres Spiel von 15 Minuten.
  • Ziel ist, dass die Spieler das Training frischer verlassen, als sie gekommen sind.

Bei zwei Einheiten fehlt der Freitag. Standards und Abschluss wandern dann in den Donnerstag, und der Sonntag beginnt mit einem etwas längeren, gezielten Aufwärmen vor dem Spiel. Wichtig ist, dass der Donnerstag nicht zur zweiten harten Einheit wird: Die intensiven Spielformen bleiben am Dienstag, der Donnerstag arbeitet mit größeren Räumen und mehr Pausen.

Anpassungen an den Amateuralltag

  • Nur 10–12 Spieler: Übung 1 als 3 gegen 3 + 2 Joker; Übung 2 als 2 gegen 1; Abschlussspiel 5+TW gegen 5+TW auf halbem Feld.
  • Kein Torwart: Minitore statt großer Tore, Torschussübungen in den Donnerstag verschieben, wenn dann ein Torwart da ist.
  • Ein Trainer: Alle Felder vor dem Training aufbauen; der Kapitän leitet das Präventionsprogramm, während der Trainer letzte Felder aufbaut.
  • Winter und Kunstrasen: Aufwärmen verlängern, Sprints weglassen, wenn der Boden gefroren ist.
  • Spieler, die nur einmal pro Woche kommen: Sie sollten an der Haupteinheit teilnehmen. Ein kurzes Heimprogramm mit Präventionsübungen (zweimal 15 Minuten) hilft, die Belastbarkeit zu halten.
  • Nach der Sommerpause oder langer Verletzung: Spieler steigen mit reduzierter Spielzeit in den Spielformen ein, etwa als Joker.

Mehr zur Verletzungsvorbeugung steht im Beitrag Verletzungen vorbeugen, und weitere Ideen für intensive Spielformen im Artikel Spielformen im Fußballtraining.

Häufige Fragen

Wie oft sollte eine Amateur-Herrenmannschaft trainieren?

Zwei bis drei Einheiten pro Woche sind im Amateurbereich üblich. Bei zwei Einheiten sollten beide mit hohem Ballanteil und klarer Funktion geplant werden: eine intensive in der Wochenmitte, eine spielnahe vor dem Wochenende.

Welche Übungen eignen sich für Fußballtraining bei Herren?

Am effektivsten sind Spielformen, die Technik, Taktik und Kondition verbinden: kleine Spiele mit Jokern, Überzahlangriffe auf das große Tor und Abschlussspiele mit Themenregeln. Isolierte Laufeinheiten ohne Ball lassen sich im Amateurbereich weitgehend ersetzen.

Was ist das FIFA 11+?

Das FIFA 11+ ist ein Aufwärmprogramm zur Verletzungsvorbeugung für Fußballer ab 14 Jahren. Es besteht aus Laufübungen, Kraft-, Sprung- und Gleichgewichtsübungen und dauert rund 20 Minuten. Empfohlen wird es für mindestens zwei Einheiten pro Woche.

Wie trainiert man Kondition im Amateurfußball ohne viel Laufen?

Über die Gestaltung der Spielformen: kleine Felder und wenige Spieler für Intensität und Antritte, größere Felder für Ausdauer und Laufstrecken. Dazu kommen kurze Sprints mit vollständiger Pause. So entsteht die nötige Belastung mit Ball.

Quellen

  1. FIFA 11+ – A complete warm-up programme (Sponet-Eintrag)

Geprüft im Oktober 2026. Regeln und Altersklassen variieren je nach Verband und Saison; prüfen Sie die örtlichen Bestimmungen.