Stürmer Training: Torabschluss, Laufwege und Pressing
Stürmer Training besteht nicht nur aus Torschüssen. Ein Angreifer muss sich so bewegen, dass er angespielt werden kann, den Ball mit dem Rücken zum Tor sichern und als erster Verteidiger anlaufen. Der Abschluss selbst wird am besten unter spielnahen Bedingungen geübt: wenig Zeit, ein Gegner in der Nähe, wechselnde Winkel. Dieser Beitrag beschreibt die Inhalte und drei Übungen für D- bis B-Jugend.
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In diesem Artikel
Was einen Stürmer in der Jugend ausmacht
Der Stürmer ist der Spieler, der am häufigsten mit wenig Zeit und Raum auskommen muss. Er bekommt Bälle unter Druck, oft mit einem Verteidiger im Rücken, und muss in Sekundenbruchteilen entscheiden: schießen, ablegen, aufdrehen. Diese Entscheidungen lassen sich trainieren – aber nur in Übungen mit Gegnern.
- Abschluss: mit beiden Füßen, flach und platziert, auch mit dem ersten Kontakt.
- Laufwege: in die Tiefe, entgegenkommen, kreuzen, sich im toten Winkel des Verteidigers lösen.
- Ballsicherung: mit dem Rücken zum Tor den Ball behaupten und ablegen.
- Pressing: anlaufen mit Bogen, Passwege schließen, den Gegner auf eine Seite lenken.
Torabschluss trainieren: Technik und Entscheidung
Die meisten Tore im Jugendfußball fallen aus kurzer Distanz, oft nach einem Abpraller, einer Hereingabe oder einem Dribbling im Strafraum. Der harte Vollspannschuss aus 20 Metern ist die Ausnahme. Im Training lohnt es sich deshalb, den platzierten Schuss und den Abschluss mit dem ersten Kontakt in den Mittelpunkt zu stellen.
- Innenseite oder Innenspann für platzierte Schüsse ins lange Eck.
- Vollspann für Schüsse mit Tempo; Oberkörper über dem Ball, damit er flach bleibt.
- Standbein neben dem Ball, Fußspitze zeigt Richtung Ziel.
- Blick: kurz zum Torwart, dann zum Ball. Der Torwart verrät oft die offene Ecke.
Typische Fehler: zu viel Rücklage (Ball fliegt über das Tor), Schuss auf die Torwartmitte, zu spätes Entscheiden. Korrektur: kurze Ansagen wie „flach und lang“ und Übungen, in denen ein Tor ins lange Eck doppelt zählt.
Laufwege: sich vom Verteidiger lösen
Ein Stürmer, der still steht, ist leicht zu decken. Gute Laufwege beginnen mit einer Gegenbewegung: Erst ein, zwei Schritte in die eine Richtung, dann der Antritt in die andere. Läuft er in die Tiefe, startet er im toten Winkel des Verteidigers, also hinter dessen Schulter, und bleibt auf der Abseitslinie, bis der Pass kommt.
Neben dem Kreuzen sind zwei weitere Laufwege wichtig: in den kurzen Pfosten bei einer Flanke und zum zweiten Ball nach einem Schuss. Viele Tore entstehen, weil ein Stürmer nachsetzt, wenn der Torwart den ersten Ball nur abwehrt.
Mit dem Rücken zum Tor: Ball sichern und ablegen
Wird der Stürmer im Zentrum angespielt, steht der Verteidiger meist dicht hinter ihm. Er stellt den Körper zwischen Gegner und Ball, Knie leicht gebeugt, Arm seitlich zur Orientierung, ohne zu halten. Kann er nicht aufdrehen, legt er auf einen nachrückenden Mitspieler ab, der mit Blick zum Tor kommt.
Der Stürmer als erster Verteidiger
Wenn der Gegner aufbaut, entscheidet der Stürmer, wohin das Spiel geht. Läuft er den Innenverteidiger im Bogen an, schließt er mit dem Rücken den Pass zum anderen Innenverteidiger und lenkt den Ball auf eine Seite. Dort können die Mitspieler zustellen. Gerades Anlaufen dagegen lässt beide Passwege offen.
Ein Stürmer, der nach einem Fehlschuss sofort nachsetzt, hilft der Mannschaft mehr als einer, der sich über den Fehler ärgert. Das Verhalten nach Ballverlust gehört deshalb ausdrücklich zum Stürmer Training. Mehr dazu im Beitrag zu Pressing-Übungen in der Jugend.
Drei Übungen für Stürmer
1. Abschluss nach Ablage
Tor mit Torwart, Strafraum. Stürmer startet 25 m vor dem Tor, spielt einen Trainer oder Mitspieler an der Strafraumgrenze an, bekommt den Ball zurück und schließt mit maximal zwei Kontakten ab. 10 Abschlüsse pro Spieler, abwechselnd von links und rechts. Coaching: Blick zum Torwart, Standbein, flach ins lange Eck. Variante: Ein Verteidiger startet hinterher, um Druck zu erzeugen.
2. 2 gegen 2 vor dem Tor
Feld 30 × 25 m vor dem Tor, zwei Stürmer gegen zwei Verteidiger, Torwart. Ein Trainer spielt den Ball von der Mittellinie ein. Die Stürmer haben 10 Sekunden für den Abschluss. Gewinnen die Verteidiger den Ball, spielen sie auf zwei Minitore an der Mittellinie. 8 Durchgänge, dann Rollenwechsel. Coaching: Gegenbewegung, Kreuzen, Nachsetzen zum zweiten Ball.
3. Torjäger-Spiel 4 gegen 4
Feld 35 × 25 m, zwei große Tore mit Torhütern, 4 gegen 4. Jedes Team bestimmt vor dem Durchgang einen „Torjäger“, dessen Tore doppelt zählen, und wechselt ihn nach jedem Durchgang. 4 × 4 Minuten. Coaching: Die Mitspieler suchen den Torjäger, der Torjäger bietet sich mit klugen Laufwegen an. Variante: Tore mit dem ersten Kontakt zählen dreifach.
Anpassung nach Alter
In der E-Jugend steht der Abschluss in vielen Variationen im Vordergrund: aus dem Dribbling, nach einem Pass, mit links und rechts. Laufwege werden spielerisch über Regeln gelernt, etwa „Tor zählt nur nach Pass in den Lauf“. In der D-Jugend kommen Gegenbewegung, Kreuzen und das Anlaufen im Bogen dazu. Ab der C-Jugend werden Abseitslinie, Spiel mit dem Rücken zum Tor und das Pressingverhalten im Verbund trainiert.
Jugendstürmer werden oft nur an Toren gemessen. Der Trainer sollte auch Laufwege, Ablagen und Pressingaktionen loben. Ein Stürmer, der zwei Spiele ohne Tor bleibt, aber gut arbeitet, braucht Bestätigung – keine Versetzung auf die Bank.
Häufige Fragen
Wie trainiert man Torabschluss in der Jugend?
Am besten mit vielen Wiederholungen unter spielnahen Bedingungen: wenig Kontakte, ein Gegner in der Nähe, verschiedene Winkel. Platzierte Schüsse und der Abschluss mit dem ersten Kontakt sind wichtiger als harte Fernschüsse.
Welche Laufwege sollte ein Stürmer kennen?
Tiefenlauf hinter die Abwehr, Entgegenkommen, Kreuzen mit dem zweiten Stürmer, der Lauf an den kurzen Pfosten bei Flanken und das Nachsetzen zum zweiten Ball. Jeder Laufweg beginnt idealerweise mit einer Gegenbewegung.
Was bedeutet Ball klatschen lassen?
Der Stürmer wird mit dem Rücken zum Tor angespielt und legt den Ball direkt auf einen nachrückenden Mitspieler ab, der das Spiel vor sich hat. So wird der Druck des Verteidigers umgangen.