Außenverteidiger Training: 1 gegen 1, Hinterlaufen und Flanken
Außenverteidiger Training verbindet zwei Rollen: Gegen den Ball verteidigt der Spieler das 1 gegen 1 auf dem Flügel und rückt bei Bedarf ein, mit Ball gibt er Breite, schiebt im richtigen Moment nach und flankt. Entscheidend ist das Timing. Wer zu früh nach vorne geht, hinterlässt eine offene Seite, wer zu spät kommt, hilft dem Angriff nicht. Dieser Beitrag zeigt die Prinzipien für D- bis B-Jugend und drei Übungen.
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In diesem Artikel
Die Rolle des Außenverteidigers in der Jugend
Im 11er spielt der Außenverteidiger meist in einer Viererkette, im 9er der D-Jugend oft als äußerer Spieler einer Dreierkette oder als Außenspieler im Mittelfeld, der weit zurückarbeitet. In Systemen mit Dreierkette wird er zum Flügelverteidiger, der die ganze Seite allein abdeckt. Die Grundaufgaben bleiben gleich: Flügel verteidigen, Breite geben, Angriffe über außen unterstützen.
Jugendspieler auf dieser Position brauchen Ausdauer, ein sauberes 1 gegen 1 und die Fähigkeit, Situationen zu lesen. Gerade Letzteres wird oft unterschätzt: Wann schiebe ich nach? Wann bleibe ich? Diese Fragen kann der Trainer im Training gezielt stellen.
Außenverteidiger Training gegen den Ball: das 1 gegen 1 auf dem Flügel
Auf dem Flügel hat der Verteidiger einen Verbündeten: die Seitenlinie. Er stellt sich so, dass der Angreifer nach außen gelenkt wird, weg vom Zentrum und weg vom Tor. Der Körper steht leicht schräg, der innere Fuß etwas vorn. Kommt der Angreifer trotzdem nach innen, ist dort idealerweise ein Innenverteidiger oder Sechser zur Absicherung.
- Fehler: Verteidiger steht zu weit innen und öffnet die Linie. Korrektur: Position so wählen, dass der Weg nach innen zu ist.
- Fehler: Hineingrätschen in vollem Lauf. Korrektur: abbremsen, mitlaufen, erst angreifen, wenn der Ball vom Fuß springt.
- Fehler: Der ballferne Außenverteidiger bleibt an der Linie. Korrektur: Bei Ball auf der anderen Seite rückt er ein, die Kette bleibt kompakt.
Vorstoßen mit Timing: wann der Außenverteidiger nach vorne geht
Ein Vorstoß lohnt sich, wenn drei Dinge zutreffen: Die eigene Mannschaft hat sicheren Ballbesitz, vor dem Außenverteidiger ist Raum, und hinter ihm ist abgesichert, etwa durch einen Sechser, der in die Kette fällt. Fehlt eine dieser Bedingungen, bleibt er besser in der Breite und hält eine sichere Anspielstation.
Das klassische Mittel ist das Hinterlaufen: Der Flügelspieler hat den Ball und zieht leicht nach innen, der Außenverteidiger läuft außen an ihm vorbei in den freien Raum. Der Gegenspieler muss sich entscheiden, wen er verteidigt. Die Variante ist das Unterlaufen (innen statt außen), das in modernen Systemen häufiger vorkommt.
Flanken: Arten und Technik
Nicht jede Flanke ist eine hohe Flanke. Jugendmannschaften treffen häufiger mit flachen, scharfen Hereingaben, weil kleinere Spieler hohe Bälle schwer verwerten. Der Außenverteidiger sollte deshalb mehrere Varianten beherrschen.
| Flanke | Wann | Technik |
|---|---|---|
| Flach scharf | Grundlinie erreicht, Mitspieler am kurzen Pfosten | Innenseite oder Innenspann, Oberkörper über dem Ball |
| Rückpass | Gegner ist nach hinten gelaufen | Flacher Pass zurück an den Elfmeterpunkt |
| Halbhoch | Stürmer läuft in den Raum zwischen Torwart und Abwehr | Innenspann, Ball mit leichtem Drall vom Tor weg |
| Hoch | Kopfballstarke Mitspieler, viel Platz im Strafraum | Innenspann, Rücklage, Standbein neben dem Ball |
Vor der Flanke steht der Blick: Wo sind die Mitspieler, wo der Torwart? Ein kurzer Schulterblick beim Anlaufen reicht. Die Stürmer wiederum besetzen feste Räume: kurzer Pfosten, Elfmeterpunkt, langer Pfosten.
Drei Übungen für Außenverteidiger
1. 1 gegen 1 an der Seitenlinie
Korridor 12 m breit entlang der Seitenlinie, 25 m lang, am Ende ein Minitor an der Seitenlinie und eines weiter innen. Der Angreifer startet mit Ball, der Verteidiger aus 8 m Abstand. Der Angreifer darf auf beide Minitore spielen. Das innere Minitor zählt doppelt, der Verteidiger soll es zustellen. 6 Durchgänge pro Paar. Coaching: Körper schräg, Weg nach innen zu, Geduld.
2. Hinterlaufen mit Abschluss
Auf einer Spielfeldhälfte mit Tor und Torwart: Außenverteidiger, Flügelspieler und zwei Stürmer gegen einen Außenverteidiger und zwei Innenverteidiger. Start mit Pass vom Trainer zum Flügelspieler. Der Außenverteidiger entscheidet: hinterlaufen oder als Anspielstation bleiben. 8 bis 10 Angriffe, dann Rollenwechsel. Coaching: Startzeitpunkt des Laufs, Rufen beim Hinterlaufen, Flanke früh oder Grundlinie.
3. Spiel mit Flügelzonen
Spielfeld 50 × 40 m, 6 gegen 6 mit Torhütern. An beiden Seiten je eine 8 m breite Flügelzone, in der nicht angegriffen werden darf. Ein Tor nach einer Hereingabe aus der Flügelzone zählt doppelt. 3 × 6 Minuten. Coaching: rechtzeitig in die Zone schieben, Abstimmung mit dem Vordermann, nach Ballverlust schnell zurück.
Anpassung nach Alter
In der E-Jugend gibt es noch keinen Außenverteidiger im engeren Sinn; im 7er oder 5er übernehmen die äußeren Spieler ohnehin beide Aufgaben. Hier reichen das 1 gegen 1 und das Prinzip „Breite geben“. In der D-Jugend kommen das Lenken nach außen und erste Hinterlaufwege hinzu. Ab der C-Jugend werden Timing, Abstimmung mit dem Flügelspieler und verschiedene Flanken konkret trainiert.
Weil die Position viel Laufarbeit verlangt, achtet der Trainer auf Wechsel und Belastung, besonders bei Turnieren mit mehreren Spielen am Tag. Zwei Spieler, die sich die Seite teilen, sind besser als einer, der in der zweiten Hälfte nicht mehr nachkommt.
Häufige Fragen
Was sind die Aufgaben eines Außenverteidigers?
Er verteidigt den Flügel im 1 gegen 1, rückt ein, wenn der Ball auf der anderen Seite ist, und gibt im Ballbesitz Breite. Bei sicherem Ballbesitz schiebt er nach, hinterläuft den Flügelspieler und flankt.
Was bedeutet Hinterlaufen im Fußball?
Beim Hinterlaufen läuft ein Spieler außen an seinem ballführenden Mitspieler vorbei in den freien Raum. Der Gegenspieler muss sich dann zwischen zwei Angreifern entscheiden. Läuft der Spieler innen vorbei, spricht man vom Unterlaufen.
Wie verteidigt man im 1 gegen 1 auf dem Flügel?
Schräg stehen, den Weg nach innen schließen und den Angreifer zur Seitenlinie lenken. Abbremsen statt hineinzugrätschen und erst angreifen, wenn der Ball vom Fuß springt.
Welche Flanke ist in der Jugend am wirkungsvollsten?
Oft die flache, scharfe Hereingabe oder der Rückpass von der Grundlinie, weil kleinere Spieler hohe Bälle schwer verwerten. Hohe Flanken lohnen sich, wenn kopfballstarke Mitspieler und Platz im Strafraum vorhanden sind.