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Training

Innenverteidiger Training: Stellungsspiel, Zweikampf und Aufbau

Innenverteidiger Training in der Jugend dreht sich um vier Dinge: richtig stehen, Zweikämpfe kontrolliert führen, den Partner absichern und den Ball sauber nach vorne spielen. Ein guter Innenverteidiger gewinnt viele Situationen, bevor es zum Zweikampf kommt, weil er früh erkennt, wohin der Ball geht. Die folgenden Prinzipien und drei Übungen passen für D- bis B-Jugend und lassen sich im 9er wie im 11er einsetzen.

Verteidiger im Zweikampf mit einem Angreifer bei einem Amateurspiel
Foto: Kidsgrove Athletic v Crewe Alexandra - 5 July 2025 - tackle — Dominic Nelson · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

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In diesem Artikel
  1. Aufgaben im Überblick
  2. Stellungsspiel und Absichern im Innenverteidiger Training
  3. Zweikampf und Kopfball
  4. Spielaufbau aus der Abwehr
  5. Drei Übungen für Innenverteidiger
  6. Kommunikation in der Abwehrkette

Aufgaben im Überblick

Im 9er der D-Jugend spielen oft zwei oder drei Spieler in der letzten Linie, im 11er meist zwei Innenverteidiger in einer Viererkette. Die Aufgaben sind in beiden Fällen ähnlich. Gegen den Ball schützen sie das Zentrum vor dem eigenen Tor. Mit dem Ball beginnen sie den Spielaufbau.

  • Stellungsspiel: zwischen Gegenspieler und eigenem Tor stehen, Ball und Gegner gleichzeitig sehen.
  • Zweikampf: Tempo herausnehmen, Gegner auf eine Seite lenken, im richtigen Moment angreifen.
  • Absichern: Wenn der Partner angreift, sichert der andere schräg dahinter ab.
  • Spielaufbau: Ballannahme mit dem offenen Körper, flache Pässe ins Mittelfeld, Andribbeln, wenn Raum da ist.
  • Kommunikation: Kommandos wie „Ich geh!“, „Sichere!“, „Raus!“ und das Coachen der Vorderleute.

Stellungsspiel und Absichern im Innenverteidiger Training

Der Innenverteidiger steht so, dass er Ball und Gegenspieler im Blick hat: leicht seitlich, nicht frontal, damit er schnell nach hinten drehen kann. Der Abstand zum Gegner hängt vom Ball ab. Hat der Gegner keinen Druck auf dem Ball, fällt der Verteidiger etwas zurück, um den Pass in die Tiefe zu verhindern. Steht der Ballführende unter Druck, rückt die Linie heraus.

Geht ein Innenverteidiger zum Ball, sichert der Partner schräg dahinter ab, etwa fünf bis acht Meter entfernt. So kann er einen durchgebrochenen Angreifer abfangen, ohne selbst zu weit vom eigenen Gegenspieler weg zu sein. Der äußere Verteidiger auf der ballfernen Seite rückt ein.

Angreifen und Absichern Absichern 1 3 4 5 2 9 10 Team A Gegner Laufweg Dribbling Pressing
Grafik 1. Absichern zu zweit: Innenverteidiger 4 attackiert den Ballführenden und lenkt ihn nach außen. Innenverteidiger 5 sichert schräg dahinter ab, der ballferne Außenverteidiger rückt ein. In der Taktiktafel öffnen ↗

Zweikampf und Kopfball

Viele Jugendverteidiger springen zu früh in den Zweikampf. Besser ist der Dreischritt: annähern, abbremsen, abwarten. Der Verteidiger läuft zügig an, wird zwei bis drei Meter vor dem Gegner kleiner und langsamer, steht seitlich und lenkt den Angreifer auf seinen schwächeren Fuß oder nach außen. Er greift an, wenn der Ball vom Fuß springt, bei einem schlechten Kontakt oder wenn der Gegner den Kopf senkt.

  • Fehler: frontal stehen. Korrektur: ein Bein vor, Körper leicht seitlich, Gewicht auf den Fußballen.
  • Fehler: nur auf den Ball schauen. Korrektur: auf Ball und Hüfte des Gegners achten, die Hüfte verrät die Richtung.
  • Fehler: mit dem Rücken zum Tor überlaufen werden. Korrektur: früher abbremsen, Abstand halten, Geduld.

Kopfballspiel gehört zur Position, im Kinder- und frühen Jugendalter aber nur dosiert und mit leichteren Bällen. Der DFB hat für den Kinderfußball eigene Empfehlungen zum Kopfballtraining veröffentlicht; der Trainer orientiert sich daran und an den Vorgaben seines Landesverbands. Technisch zählen Timing, Anlauf, Absprung mit einem Bein und Stirn zum Ball, Augen offen.

Spielaufbau aus der Abwehr

Im Ballbesitz ziehen die Innenverteidiger auseinander, bis etwa zur Strafraumbreite. Der Torwart wird so dritter Mann im Aufbau. Bei der Ballannahme öffnet der Verteidiger den Körper zum Spielfeld, nimmt mit dem hinteren Fuß an und hat damit mehr Optionen. Ist vor ihm Platz, dribbelt er an, bis ein Gegner herausrückt; dann wird ein Mitspieler frei.

Andribbeln und Passen 1 4 5 6 3 Team A Gegner Pass Dribbling Pressing
Grafik 2. Andribbeln: Innenverteidiger 4 dribbelt in den freien Raum, bis der gegnerische Stürmer herausrückt. Dann spielt er den freien Sechser an. In der Taktiktafel öffnen ↗
  • Fehler: Ballannahme mit dem Rücken zum Spielfeld. Korrektur: vor dem Pass einen Schulterblick, Annahme mit dem vom Gegner entfernten Fuß.
  • Fehler: Innenverteidiger stehen zu eng. Korrektur: im Ballbesitz bis zu den Strafraumecken auseinanderziehen, der Torwart füllt die Mitte.
  • Fehler: Querpass vor dem eigenen Tor unter Druck. Korrektur: Bei Druck lieber nach außen oder auf den Torwart spielen, nie quer durch das Zentrum.

Drei Übungen für Innenverteidiger

1. 1 gegen 1 im Korridor

Korridor 10 m breit, 20 m lang, am Ende eine Hütchenlinie. Der Verteidiger spielt dem Angreifer den Ball zu und läuft an. Der Angreifer versucht, über die Linie zu dribbeln. 6 bis 8 Durchgänge pro Spieler, Pause zwischen den Durchgängen. Coaching: anlaufen, abbremsen, seitlich stehen, Geduld. Variante: Angreifer darf nur nach links ausweichen, der Verteidiger übt das Lenken.

2. 2 gegen 2 mit Absichern

Feld 25 × 20 m, zwei Verteidiger gegen zwei Angreifer, Tor mit Torwart. Ein Trainer spielt den Ball zu einem Angreifer. Der nähere Verteidiger greift an, der zweite sichert ab und ruft das Kommando. Nach Ballgewinn spielen die Verteidiger auf ein Minitor an der Mittellinie. 4 × 3 Minuten. Coaching: Abstand des absichernden Spielers, Übergabe, wenn die Angreifer kreuzen.

3. Aufbau 3 + Torwart gegen 2

Feld eine halbe Spielfeldhälfte, zwei Innenverteidiger, ein Sechser und der Torwart gegen zwei Angreifer. Ziel der Aufbaumannschaft: kontrolliert über eine Linie 30 m vor dem Tor dribbeln oder einen Mitspieler hinter der Linie anspielen. Gewinnen die Angreifer den Ball, schließen sie aufs Tor ab. 5 × 3 Minuten. Coaching: Breite der Innenverteidiger, offene Ballannahme, Torwart als Anspielstation. Variante: dritter Angreifer, damit der Druck steigt.

Kommunikation in der Abwehrkette

Eine Abwehr, die schweigt, steht nie lange richtig. Kurze, gleichbleibende Kommandos helfen jungen Spielern, sich zu orientieren. Wichtig ist, dass die ganze Mannschaft dieselben Begriffe nutzt und sie im Training immer wieder hört.

KommandoBedeutung
„Ich geh!“Ich greife den Ballführenden an.
„Sichere!“Ich stehe hinter dir und sichere ab.
„Raus!“Linie rückt gemeinsam heraus.
„Zeit!“Kein Gegner in der Nähe, Ball in Ruhe annehmen.
„Mann!“Gegner im Rücken, Ball schnell weiterspielen.

Der Trainer kann im Training eine einfache Regel einführen: Ein Tor zählt für die Abwehr nur dann als verhindert, wenn vor dem Ballgewinn ein Kommando kam. Das klingt banal, verändert aber das Verhalten schnell.

Häufige Fragen

Was macht einen guten Innenverteidiger aus?

Er steht richtig, bevor der Ball kommt, führt Zweikämpfe geduldig und sichert seinen Partner ab. Dazu kommen ein sauberer erster Kontakt, flache Pässe im Aufbau und klare Kommandos.

Wie trainiert man Zweikampfverhalten in der Jugend?

Am besten im 1 gegen 1 und 2 gegen 2 in kleinen Korridoren. Der Schwerpunkt liegt auf Anlaufen, Abbremsen und Lenken, nicht auf dem Grätschen. Kurze Durchgänge mit Pausen halten die Qualität hoch.

Ab wann sollten Jugendspieler Kopfball trainieren?

Im Kinderfußball nur sehr dosiert und mit leichten Bällen. Der DFB gibt für den Kinderfußball Empfehlungen zum Kopfballtraining heraus, an denen sich Trainer orientieren sollten. Im Vordergrund steht die Technik, nicht die Wiederholungszahl.

Quellen

  1. DFB – Neue Spielformen im Kinderfußball: Kopfballspiel

Geprüft im Oktober 2026. Regeln und Altersklassen variieren je nach Verband und Saison; prüfen Sie die örtlichen Bestimmungen.