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Training

Mittelfeldspieler Training: Sechser und Achter in der Jugend

Mittelfeldspieler Training in der Jugend hat einen Kern: Der Spieler soll vor der Ballannahme wissen, wo Gegner und Mitspieler stehen, und den Ball so annehmen, dass er sofort weiterspielen kann. Der Sechser sichert dabei vor der Abwehr ab und verteilt, der Achter verbindet die Linien und taucht zwischen den gegnerischen Ketten auf. Dieser Beitrag beschreibt Schulterblick, Körperstellung und Ballannahme und gibt drei Übungen für D- bis B-Jugend.

Mittelfeldspieler bei der Ballannahme in einem Amateurspiel
Foto: Football in Bloomington, Indiana, 1995 — Rick Dikeman · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

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In diesem Artikel
  1. Sechser und Achter: zwei Rollen im Zentrum
  2. Schulterblick und offene Körperstellung
  3. Mittelfeldspieler Training: zwischen den Linien spielen
  4. Gegen den Ball: Zentrum schließen
  5. Drei Übungen für Mittelfeldspieler
  6. Anpassung nach Alter

Sechser und Achter: zwei Rollen im Zentrum

Der Sechser (defensives Mittelfeld) steht vor den Innenverteidigern. Er ist Anspielstation im Aufbau, sichert nach Ballverlust das Zentrum und lässt sich bei Bedarf in die Kette fallen. Der Achter (zentrales Mittelfeld) arbeitet von Strafraum zu Strafraum: Er bietet sich zwischen den gegnerischen Linien an, geht in die Tiefe und presst mit.

In der D-Jugend im 9er gibt es häufig nur einen zentralen Mittelfeldspieler oder zwei auf einer Linie, die Rollen sind also weniger getrennt. Die Grundlagen – Wahrnehmung, Körperstellung, Ballannahme – sind dieselben. Sie lassen sich schon in der E-Jugend vorbereiten, ohne Positionen festzulegen.

SechserAchter
Mit BallBall fordern, verteilen, Spiel verlagernZwischen den Linien anbieten, aufdrehen, tiefe Läufe
Gegen den BallZentrum schließen, absichernMit pressen, Passwege ins Zentrum schließen
UmschaltenKonter verzögernSofort nachsetzen, Gegenpressing

Schulterblick und offene Körperstellung

Ein Mittelfeldspieler erhält den Ball oft mit Gegnern im Rücken. Damit er nicht blind annimmt, schaut er vor dem Pass: über die Schulter, kurz und mehrmals. Der Moment kurz bevor der Mitspieler passt, ist der wichtigste. Danach gilt der Blick dem Ball.

Die offene Körperstellung heißt: Der Spieler steht seitlich zum Passgeber, nicht frontal. So sieht er gleichzeitig den Ball und das Feld, in das er spielen will. Er nimmt mit dem vom Passgeber entfernten Fuß an und kann sich in einer Bewegung aufdrehen.

Ballannahme in offener Stellung 1 4 5 6 2 8 Team A Gegner Pass Dribbling Pressing
Grafik 1. Offene Stellung des Sechsers: Er steht seitlich, schaut vor dem Pass über die Schulter und nimmt den Ball von Innenverteidiger 4 mit dem rechten Fuß Richtung freie Seite an. In der Taktiktafel öffnen ↗
  • Fehler: Spieler steht frontal zum Passgeber und muss nach der Annahme drehen. Korrektur: vor dem Pass seitlich stellen, „Bauch zur Seitenlinie“.
  • Fehler: Annahme mit dem falschen Fuß, Ball bleibt vor dem Körper liegen. Korrektur: Annahme mit dem hinteren Fuß in die Laufrichtung.
  • Fehler: Schulterblick erst nach der Annahme. Korrektur: Trainer fragt nach jeder Aktion: „Wohin hättest du gekonnt?“

Mittelfeldspieler Training: zwischen den Linien spielen

Zwischen den Linien heißt: im Raum zwischen gegnerischem Mittelfeld und gegnerischer Abwehr. Ein Achter, der dort angespielt wird und aufdreht, hat zwei Linien überspielt. Damit das gelingt, muss er im richtigen Moment auftauchen, nicht zu früh, sonst ist er gedeckt.

Typisch ist ein Ablauf in drei Schritten: Der Achter bindet zunächst einen Gegner, indem er in der Linie mit dem gegnerischen Mittelfeld steht. Wenn der Innenverteidiger den Kopf hebt, löst er sich seitlich in die Lücke. Er nimmt halb offen an und dreht auf oder legt ab, falls ein Verteidiger schnell herausrückt.

Anspiel zwischen den Linien Zwischen den Linien 4 6 8 9 11 Team A Gegner Pass Laufweg
Grafik 2. Achter zwischen den Linien: Spieler 8 löst sich aus der gegnerischen Mittelfeldlinie in die Lücke. Der Innenverteidiger spielt den Pass durch die Linie, der Achter dreht auf und spielt den Stürmer an. In der Taktiktafel öffnen ↗

Gegen den Ball: Zentrum schließen

Ohne Ball sind Sechser und Achter für das Zentrum zuständig. Sie stehen so, dass der Gegner nicht durch die Mitte spielen kann, und lenken ihn nach außen. Der Sechser hält dabei den Abstand zur Abwehr kurz, etwa zehn bis fünfzehn Meter. Der Achter läuft mit an, wenn der Stürmer presst, und schließt den Passweg zum gegnerischen Sechser.

Nach Ballverlust entscheidet der Sechser: Kann ich den Ballführenden sofort stellen oder verzögere ich, bis die anderen zurück sind? Ein taktisches Foul ist keine Lösung, die man Jugendspielern beibringen sollte; besser ist das Verzögern durch seitliches Rückwärtslaufen, bis Hilfe kommt.

Drei Übungen für Mittelfeldspieler

1. Schulterblick-Passdreieck

Dreieck mit 12 m Seitenlänge, ein Spieler in der Mitte, drei außen. Hinter dem Mittelspieler hält der Trainer zufällig eine von zwei Farben hoch. Der Mittelspieler muss vor der Annahme schauen und den Ball zu dem Außenspieler weiterleiten, der die gezeigte Farbe trägt. 60 Sekunden pro Durchgang, dann Wechsel. Coaching: Schulterblick vor dem Pass, offene Stellung, Annahme mit dem hinteren Fuß.

2. Rondo 4 gegen 2 mit Mittelspieler

Quadrat 12 × 12 m, vier Spieler außen, einer in der Mitte, zwei Verteidiger. Die Ballbesitzmannschaft sammelt einen Punkt für jeden Pass über den Mittelspieler, der weiterkommt. Bei Ballgewinn wechselt der Verteidiger mit dem Spieler, der den Fehler gemacht hat. 4 × 2 Minuten. Coaching: Der Mittelspieler bietet sich in Lücken an und dreht auf, wenn er Zeit hat.

3. Drei-Zonen-Spiel

Feld 45 × 30 m, in drei gleich lange Zonen geteilt. 5 gegen 5 plus ein neutraler Spieler. In der mittleren Zone dürfen pro Team nur zwei Spieler stehen. Ein Tor zählt nur, wenn der Ball vorher in der mittleren Zone gespielt und dort weitergegeben wurde. 3 × 6 Minuten. Coaching: Timing beim Auftauchen in der Mittelzone, Weiterleiten mit wenig Kontakten, Abstände zu den Mitspielern.

Anpassung nach Alter

In der E-Jugend steht nicht die Position im Vordergrund, sondern das Prinzip: schauen, bevor der Ball kommt. Einfache Spielformen mit wenigen Spielern und vielen Ballkontakten reichen. In der D-Jugend wird die offene Stellung konkret geübt und erste Rollen im Zentrum werden besprochen. Ab der C-Jugend kommen das Spiel zwischen den Linien, das Verlagern und das Verhalten nach Ballverlust dazu.

Jugendspieler sollten verschiedene Positionen im Mittelfeld erleben. Ein Spieler, der mal Sechser und mal Achter war, versteht beide Rollen besser – und kann später auch im Profi- oder Amateurbereich flexibler eingesetzt werden.

Häufige Fragen

Was sind die Aufgaben eines Sechsers?

Der Sechser steht vor der Abwehr, fordert den Ball im Aufbau und verteilt ihn. Gegen den Ball schließt er das Zentrum und sichert ab. Bei Bedarf lässt er sich zwischen die Innenverteidiger fallen.

Was ist der Unterschied zwischen Sechser und Achter?

Der Sechser ist defensiver und bleibt vor der Abwehr. Der Achter bewegt sich mehr zwischen den Strafräumen, bietet sich zwischen den gegnerischen Linien an und geht auch in die Tiefe.

Wie trainiert man den Schulterblick?

Mit Übungen, bei denen der Spieler eine Information hinter sich erkennen muss, etwa eine Farbe oder eine Zahl, die der Trainer zeigt. Wichtig ist, dass der Blick vor der Ballannahme kommt, nicht danach.

Was bedeutet zwischen den Linien spielen?

Gemeint ist der Raum zwischen gegnerischem Mittelfeld und gegnerischer Abwehr. Wer dort angespielt wird und aufdreht, hat zwei Linien überspielt und kann direkt Richtung Tor spielen.