Training G-Jugend: komplette Trainingseinheit für Bambini (U6/U7)
Ein gutes Training in der G-Jugend sieht von außen fast wie freies Spielen aus: Jedes Kind hat einen Ball, niemand steht in einer Schlange, und am Ende wird 2 gegen 2 oder 3 gegen 3 auf vier Minitore gespielt. Hinter dieser Leichtigkeit steckt Planung. Die folgende Einheit von 60 Minuten ist für 8–12 Bambini (U6/U7) gedacht, kommt mit einem Trainer aus und lässt jedes Kind mehrere hundert Ballkontakte sammeln.
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In diesem Artikel
Training in der G-Jugend: was Bambini brauchen und was nicht
Die G-Jugend umfasst die Altersklassen U6 und U7, in der Saison 2026/27 also in der Regel die Jahrgänge 2020 und jünger. Kinder in diesem Alter lernen über Bewegung, Wiederholung und Spiel. Sie können sich nur kurz auf eine Aufgabe konzentrieren, verstehen räumliche Ordnungen wie „Position halten“ noch nicht und spielen lieber mit dem Ball als mit den Mitspielern. Das ist kein Defizit, sondern der normale Entwicklungsstand.
Daraus folgen drei Regeln für die Planung: ein Ball pro Kind, keine Wartezeiten und kurze Erklärungen (höchstens 30 Sekunden, mit Vormachen). Taktische Inhalte im engeren Sinn haben in der G-Jugend keinen Platz. Was wie Taktik aussieht, etwa „dahin dribbeln, wo kein Gegner ist“, entsteht von selbst, wenn die Spielformen klug gebaut sind.
Auch im Wettspielbetrieb setzt der DFB seit der Saison 2024/25 bundesweit auf kleine Spielformen: In der G-Jugend wird 2 gegen 2 oder 3 gegen 3 auf vier Minitore ohne Torwart gespielt, auf Feldern von etwa 16×20 bis 28×22 Metern. Die Landesverbände legen die Details in eigenen Durchführungsbestimmungen fest, daher lohnt ein Blick in die Unterlagen des eigenen Kreises. Das Training sollte diese Spielform regelmäßig enthalten, damit die Kinder am Spielenachmittag wissen, was sie erwartet.
| Teil | Zeit | Inhalt | Ziel |
|---|---|---|---|
| Ankommen | 5 Min. | Freies Spielen mit Ball auf Minitore | Ballkontakte, Freude, sofort aktiv |
| Aufwärmen | 8 Min. | Ampel-Dribbling | Ballführung, Tempowechsel, Stoppen |
| Übung 1 | 10 Min. | Fangspiel mit Ball | Ball eng führen, Blick heben |
| Übung 2 | 10 Min. | Tor-Safari | Richtungswechsel, Ballführung mit beiden Füßen |
| Abschlussspiel | 20 Min. | 2 gegen 2 / 3 gegen 3 auf vier Minitore | Spielen, Tore schießen, Tore verhindern |
| Ausklang | 5 Min. | Elfmeterkönig und kurze Runde | Ruhiger Abschluss, Rückmeldung |
Material: ein Ball (Größe 3) pro Kind, 20–30 Hütchen in zwei Farben, vier bis acht Minitore, Leibchen in zwei Farben, ein paar Stoffbänder. Platz: ein Viertel bis eine Hälfte eines Großfelds oder ein Kleinfeld.
Ankommen und Aufwärmen: Ampel-Dribbling
Bevor die Einheit offiziell beginnt, stehen bereits zwei bis vier Minitore auf dem Platz. Wer ankommt, nimmt sich einen Ball und schießt aufs Tor. Der Trainer begrüßt jedes Kind einzeln. Diese fünf Minuten kosten nichts und verhindern, dass die ersten Kinder herumstehen, während die letzten noch die Schuhe binden.
Ampel-Dribbling (8 Minuten)
- Organisation: Feld von etwa 20×20 Metern, mit Hütchen markiert. Alle Kinder dribbeln mit Ball frei im Feld.
- Regeln: Der Trainer ruft Farben. „Grün“: schnell dribbeln. „Gelb“: langsam dribbeln, Ball ganz nah am Fuß. „Rot“: Ball mit der Sohle stoppen und draufstellen.
- Ablauf: 3 Durchgänge à 2 Minuten, dazwischen 30 Sekunden Trinkpause und eine neue Zusatzfarbe.
- Variante leichter: nur Grün und Rot.
- Variante schwerer: „Blau“: Ball mit der Sohle zurückziehen und umdrehen; „Lila“: Ball zwischen den Füßen hin und her tippen.
- Coaching: „Wie leise kann dein Ball sein?“, „Wer schafft es, beim Stoppen nicht umzufallen?“ Lob für das Hochschauen, nicht nur für Tempo.
Häufiger Fehler: Der Trainer erklärt alle fünf Farben auf einmal. Besser: mit zwei Farben starten und pro Durchgang eine neue einführen. Kinder in diesem Alter lernen durch Tun, nicht durch Zuhören.
Hauptteil: zwei Übungen mit vielen Ballkontakten
Übung 1: Fangspiel mit Ball (10 Minuten)
- Ziel: Ball eng führen, dabei den Kopf heben und Gegnern ausweichen.
- Organisation: gleiches Feld wie beim Aufwärmen. Jedes Kind hat einen Ball und steckt ein Stoffband hinten in den Hosenbund. Zwei Kinder sind Fänger, ebenfalls mit Ball.
- Regeln: Die Fänger dribbeln und versuchen, Bänder zu ziehen. Wer sein Band verliert, macht außerhalb des Feldes fünf Ballberührungen mit der Sohle und darf wieder mitspielen. Niemand scheidet aus.
- Dauer: 4 Durchgänge à 90 Sekunden, Fänger wechseln jedes Mal.
- Variante leichter: Fänger ohne Ball.
- Variante schwerer: drei Fänger oder kleineres Feld.
- Coaching: „Wo ist gerade Platz?“, „Schau, wo die Fänger sind.“ Der Trainer zeigt, wie man mit dem Körper zwischen Fänger und Ball geht.
Übung 2: Tor-Safari (10 Minuten)
- Ziel: Ballführung mit beiden Füßen, Richtungswechsel, eigene Entscheidungen.
- Organisation: Feld von etwa 25×20 Metern mit sechs bis acht Hütchentoren (2 Meter breit), verteilt und in unterschiedliche Richtungen gedreht.
- Regeln: Jedes Kind dribbelt in 45 Sekunden durch so viele Tore wie möglich und zählt laut mit. Das gleiche Tor darf nicht zweimal hintereinander genutzt werden.
- Dauer: 5 Durchgänge à 45 Sekunden, dazwischen 45 Sekunden Pause, in der die Kinder ihre Zahl nennen.
- Variante leichter: Tore breiter (3 Meter).
- Variante schwerer: in jedem Tor den Ball mit der Sohle stoppen; oder nur mit dem schwächeren Fuß; oder zwei Kinder als „Torwächter“ ohne Ball, die ein Tor blockieren dürfen.
- Coaching: „Welches Tor ist gerade frei?“ Kinder, die immer zwischen denselben zwei Toren pendeln, auf die anderen Tore hinweisen.
Abschlussspiel: 2 gegen 2 und 3 gegen 3 auf vier Minitore
Der wichtigste Teil der Einheit ist das Spiel. Er bekommt deshalb ein Drittel der Zeit. Gespielt wird wie im Wettspielbetrieb auf vier Minitore ohne Torwart: Jedes Team verteidigt zwei Minitore auf seiner Grundlinie und greift die beiden gegenüberliegenden an. Die zwei Tore pro Seite zwingen die Kinder, den Kopf zu heben und auf die Seite zu dribbeln, auf der weniger los ist. Dieses Verlagern lernen sie ohne ein einziges Wort zur Taktik.
- Organisation: zwei oder drei Felder von etwa 25×20 Metern nebeneinander, je nach Kinderzahl. Minitore rund 3 Meter von den Ecken entfernt auf der Grundlinie.
- Regeln: Einspielen und Eindribbeln von der Grundlinie nach Toraus, Einkicken oder Eindribbeln bei Seitenaus. Kein Torwart, kein Abseits. Tore zählen nur aus der Angriffshälfte, wenn die Kinder sonst nur aus der eigenen Hälfte schießen.
- Wechsel: Nach jedem Tor wechselt jedes Team einen Spieler, so wie es der DFB auch für die Spielenachmittage vorsieht. Bei 3 gegen 3 mit acht Kindern stehen also immer nur kurz zwei Kinder draußen.
- Dauer: 4 Durchgänge à 4 Minuten, nach jedem Durchgang wechseln die Sieger ein Feld weiter nach rechts, die anderen nach links.
- Variante leichter: 2 gegen 2 auf kleinerem Feld, mehr Ballkontakte pro Kind.
- Variante schwerer: Tor zählt doppelt, wenn vorher ein Pass zum Mitspieler gespielt wurde. Erst einsetzen, wenn die Kinder sicher dribbeln.
Häufige Fehler: Alle Kinder laufen in einem Knäuel dem Ball hinterher. Das ist in diesem Alter normal und kein Grund, Positionen vorzugeben. Hilfreich ist die Frage in der Pause: „Wo war Platz, als alle beim Ball waren?“ Oft entdecken einzelne Kinder dann die freie Seite von selbst. Zweiter Fehler: ein zu großes Feld. Dann laufen die Kinder viel und spielen wenig.
Ein vereinsinternes Turnier oder ein Spielfest mit Nachbarvereinen zum Abschluss eines Trainingsblocks gibt den Spielern ein Ziel und viele Spielminuten. Der Spielplan-Generator erstellt Spiele und Zeiten in wenigen Minuten, ohne Anmeldung, und der Turniermodus für 8, 12 und 16 Mannschaften hilft bei der Wahl des Formats.
Ausklang und Rückmeldung
Die letzten fünf Minuten beruhigen die Gruppe. Ein Spiel wie „Elfmeterkönig“ (jedes Kind schießt aus 6 Metern auf ein Minitor, wer trifft, darf noch einmal) ist dafür gut geeignet. Danach setzen sich alle kurz zusammen. Der Trainer stellt eine einzige Frage, zum Beispiel: „Wer hat heute einen Gegner ausgedribbelt?“ Dann wird abgeklatscht und der Ball gemeinsam aufgeräumt.
Lob sollte konkret sein: „Du hast den Ball mit der Sohle gestoppt, als der Fänger kam“ wirkt stärker als „Gut gemacht“. Die Rückmeldung an die Eltern bleibt kurz und positiv. Ergebnisse aus dem Abschlussspiel werden nicht weitergetragen, das entspricht auch dem Gedanken des Kinderfußballs ohne Tabellen.
Anpassen an Gruppe, Platz und Trainersituation
- Nur 5–6 Kinder: Aufwärmen und Übungen bleiben gleich. Im Abschlussspiel 2 gegen 2 plus ein Kind, das nach jedem Tor einwechselt. Oder der Trainer spielt als Joker mit, aber nur passend und ohne selbst zu schießen.
- 14–16 Kinder: Zwei Dribbelfelder, im Abschlussspiel drei Felder mit 2 gegen 2 oder zwei Felder mit 3 gegen 3 und je zwei Wechselspielern. Ein zweiter Erwachsener (Elternteil) hilft beim Ein- und Auswechseln.
- Ein Trainer allein: Alle Felder nebeneinander aufbauen, sodass der Trainer in der Mitte steht und alle Kinder sieht. Material vor dem Training komplett aufbauen.
- Halle oder wenig Platz: Ampel-Dribbling und Fangspiel funktionieren auch auf 15×15 Metern. Das Abschlussspiel auf Bänke statt Minitore (Treffer gegen die liegende Bank zählt).
- Sehr unterschiedliche Kinder: In der Tor-Safari zählt jedes Kind seine eigene Bestmarke, nicht den Vergleich mit anderen. Im Spiel schwächere Kinder zusammen gegen schwächere spielen lassen, damit jedes Kind den Ball oft hat.
- Wenn die Konzentration weg ist: sofort zum Abschlussspiel wechseln. Für Bambini ist ein Spiel immer die bessere Übung als eine erzwungene Übungsform.
Wer jede Woche ähnlich trainiert, schafft Routine: Die Kinder kennen den Ablauf und wechseln schneller zwischen den Teilen. Pro Woche reicht es, eine Übung auszutauschen. Weitere Spielideen für dieses Alter stehen in unserem Beitrag zu Spielformen im Fußballtraining, und die Altersklassen im Überblick erklärt der Artikel Altersklassen im Jugendfußball.
Häufige Fragen
Wie lange sollte ein Training in der G-Jugend dauern?
45 bis 60 Minuten reichen. Länger lässt die Konzentration bei Fünf- und Sechsjährigen deutlich nach. Wichtiger als die Dauer ist die aktive Zeit: Jedes Kind sollte fast die ganze Einheit einen Ball am Fuß haben.
Welche Spielform spielt die G-Jugend?
Nach den DFB-Vorgaben seit 2024/25 spielt die G-Jugend 2 gegen 2 oder 3 gegen 3 auf vier Minitore ohne Torwart, auf kleinen Feldern von etwa 16×20 bis 28×22 Metern. Details wie Durchgangszeiten und Wechsel regeln die Landesverbände, daher die Bestimmungen des eigenen Kreises prüfen.
Welche Ballgröße brauchen Bambini?
In der G-Jugend wird üblicherweise mit einem Ball der Größe 3 trainiert und gespielt, häufig in einer leichten Ausführung. Ein leichter Ball erleichtert das Dribbeln und nimmt den Kindern die Angst vor harten Schüssen.
Sollten Bambini schon Positionen lernen?
Nein. In diesem Alter fehlt das Verständnis für feste Räume, und Positionsvorgaben nehmen den Kindern Ballkontakte. Spielformen mit vier Minitoren fördern das Erkennen freier Räume ganz ohne Positionen.
Quellen
Geprüft im Oktober 2026. Regeln und Altersklassen variieren je nach Verband und Saison; prüfen Sie die örtlichen Bestimmungen.