Funino Regeln: Spielfeld, Maße, Tore und die neuen DFB-Spielformen
Die Funino Regeln sind schnell erklärt: drei gegen drei, kein Torwart, vier Minitore und eine Schusszone vor jeder Grundlinie. Aus diesem einfachen Aufbau entstehen viele Ballkontakte, viele Tore und ständig Entscheidungen. Seit der Saison 2024/25 sind kleine Spielformen dieser Art in der G- und F-Jugend bundesweit Pflicht, in der E-Jugend Teil des Angebots. Hier stehen Regeln, Maße und Ablauf – und wie der Trainer Funino im Training nutzt.
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In diesem Artikel
Was ist Funino?
Funino geht auf den deutschen Trainerausbilder Horst Wein zurück, der lange in Spanien gearbeitet hat. Der Name verbindet „fun“ und das spanische „niño“ (Kind). Gespielt wird drei gegen drei auf vier kleine Tore, je zwei an jeder Grundlinie. Es gibt keinen Torwart, und Tore zählen nur aus einer Zone kurz vor der Grundlinie.
Der Kern ist die Entscheidung: Weil jede Mannschaft zwei Tore angreift, muss das Kind mit Ball ständig wählen – links oder rechts, dribbeln oder passen. Wer ein Tor zustellt, öffnet das andere. Kinder lernen so ohne lange Erklärungen, was Spielverlagerung, Breite und Überzahl bedeuten.
Im Vergleich zum klassischen 7 gegen 7 bekommt jedes Kind ein Vielfaches an Ballkontakten. Niemand steht minutenlang als Torwart oder hinten rechts herum. Dazu kommt die feste Rotation: Jede Mannschaft hat einen vierten Spieler, der regelmäßig eingewechselt wird. So spielen alle ungefähr gleich viel.
Funino Regeln im Überblick
Die Grundregeln sind in den meisten Vereinen und Kreisen gleich. Details wie Spielzeit oder Wechselmodus legen die Landesverbände und Kreise in ihren Durchführungsbestimmungen fest.
- Drei gegen drei, ohne Torwart. Pro Mannschaft ein bis zwei Rotationsspieler.
- Vier Minitore: je zwei an jeder Grundlinie, möglichst weit auseinander.
- Tore zählen nur, wenn der Ball innerhalb der Schusszone (etwa 6 m vor der Grundlinie) geschossen wird.
- Die Schusszone darf von allen betreten werden, auch von Verteidigern.
- Nach einem Tor wird gewechselt: Ein Spieler geht raus, der Rotationsspieler kommt rein.
- Geht der Ball über die Seiten- oder Grundlinie, wird er eingedribbelt oder eingepasst – kein Einwurf.
- Kein Schiedsrichter im klassischen Sinn. Die Kinder regeln vieles selbst, Trainer halten sich am Rand zurück.
Funino Feld: Maße, Tore und Aufbau
Ein Funino Feld ist klein. Der DFB nennt für das 3 gegen 3 in G- und F-Jugend etwa 25 × 20 m mit einer Schusszone von 6 m. Viele Vereine spielen im Training auch auf bis zu 32 × 25 m, vor allem mit älteren Kindern. Wichtig ist das Verhältnis: Das Feld muss so eng sein, dass schnell Zweikämpfe entstehen, und so breit, dass ein Wechsel auf das zweite Tor möglich bleibt.
| Element | Richtwert | Hinweis |
|---|---|---|
| Spielfeld 3 gegen 3 | ca. 25 × 20 m | G- und F-Jugend laut DFB-Leitfaden |
| Schusszone | 6 m vor jeder Grundlinie | Mit Hütchen oder Hilfslinie markieren |
| Minitore | max. 2,0 × 1,2 m | Je zwei pro Grundlinie, nahe an den Eckpunkten |
| Ball | Größe 3 oder leichter Größe 4 | Je nach Kreisvorgabe |
| Spielzeit | mehrere kurze Runden | G-Jugend max. 7 Min., F-Jugend max. 10 Min. pro Runde im 3 gegen 3 |
Auf einem Großfeld passen mehrere Funino-Felder nebeneinander. Ein halbes Großfeld reicht für vier Felder, wenn zwischen ihnen 2–3 m Abstand bleiben. Minitore lassen sich durch Stangenpaare mit 2 m Abstand ersetzen; Tore zählen dann, wenn der Ball flach durch die Stangen geht.
Die neuen DFB-Spielformen in G-, F- und E-Jugend
Nach einer Pilotphase hat der DFB-Bundestag 2022 die neuen Wettbewerbsformen beschlossen. Ab der Saison 2024/25 sind sie bundesweit verbindlich. Funino im engeren Sinn ist dabei nicht Pflicht, aber das 3 gegen 3 auf vier Minitore mit 6-m-Zone entspricht genau diesem Prinzip. Die folgende Tabelle fasst den DFB-Leitfaden zusammen; Landesverbände dürfen Details anpassen.
| Altersklasse | Spielformen | Feld (ca.) | Tore |
|---|---|---|---|
| G-Jugend (U6/U7) | 2 gegen 2, 3 gegen 3 | 16 × 20 m bzw. 25 × 20 m | 4 Minitore, kein Torwart |
| F-Jugend (U8/U9) | 3 gegen 3, 4 gegen 4, 5 gegen 5 | 25 × 20 m bzw. 40 × 25 m | Minitore oder Kleinfeldtore mit Torwart |
| E-Jugend (U10/U11) | 4 gegen 4, 5 gegen 5, 7 gegen 7 | 40 × 25 m bzw. 55 × 35 m | Minitore oder Kleinfeldtore |
Gespielt wird im Festivalmodus: mehrere Felder, kurze Runden, und nach jeder Runde steigen die Sieger ein Feld auf, die Verlierer ein Feld ab. Ergebnisse werden nicht über den Spieltag hinaus gewertet, und in G- und F-Jugend gibt es keine Meisterschaftsrunden. Ziel ist, dass jedes Kind möglichst mindestens 75 % der Spielzeit auf dem Platz steht.
Wer einen Spieltag ausrichtet, sollte die Bestimmungen des eigenen Kreises lesen. Manche Verbände bevorzugen in der F-Jugend das 5 gegen 5 mit Torwart, andere lassen in der E-Jugend auch 6 gegen 6 zu. Die Altersklassen und Jahrgänge für die laufende Saison stehen im Beitrag zu den Altersklassen im Jugendfußball.
Funino im Training: Ablauf und Varianten
Funino ist nicht nur Wettspielform, sondern auch eine starke Trainingsform. Mit 12 Kindern laufen zwei Felder parallel, die Rotationsspieler wechseln automatisch. Der Trainer steht zwischen den Feldern und greift nur kurz ein.
Grundform: 3 gegen 3 plus Rotation
- Organisation: Feld 25 × 20 m, 6-m-Zonen, je Team 3 + 1 Spieler.
- Dauer: 4 Runden à 4 Minuten, 1 Minute Pause.
- Regel: Nach jedem Tor wechselt das Team, das getroffen hat.
- Coaching: „Wo ist das freie Tor?“ – mehr Fragen, weniger Anweisungen.
Varianten nach Alter und Ziel
- 2 gegen 2 (G-Jugend): Feld 16 × 20 m, Tore zählen ab der Mittellinie. Sehr viele Dribblings.
- 3 gegen 3 mit Joker: Ein neutraler Spieler spielt immer mit dem Ballbesitz. Erleichtert das Passspiel für Anfänger.
- Doppeltor-Regel: Ein Tor nach Verlagerung (Ball war vorher in der anderen Feldhälfte quer) zählt doppelt.
- 4 gegen 4 (E-Jugend): Feld 30–40 × 25 m, Zone bleibt. Mehr Raum für Kombinationen und erste Positionsaufgaben.
Häufige Fehler und wie man sie korrigiert
- Ein Kind stellt sich ins Tor. Regel klar halten: Niemand darf auf der Torlinie stehen. Wer verteidigt, muss den Ballführenden angreifen.
- Alle laufen zum Ball. Statt zu rufen „Verteilen!“ lieber fragen: „Wo kannst du den Ball bekommen?“ Nach einigen Runden finden Kinder die Breite selbst.
- Das Feld ist zu groß. Dann gibt es lange Läufe und wenige Zweikämpfe. Lieber kleiner anfangen und bei Bedarf vergrößern.
- Eltern coachen von außen. Vor dem Spieltag kurz erklären, dass Kinder im Funino selbst entscheiden sollen. Ein Elternbereich mit Abstand zum Feld hilft.
- Rotation wird vergessen. Den Wechsel an das Tor koppeln oder alle 2–3 Minuten zentral pfeifen.
Häufige Fragen
Bis zu welchem Alter spielt man Funino?
Funino ist für Kinder etwa von 5 bis 10 Jahren gedacht, also G-, F- und teilweise E-Jugend. Im Training setzen viele Trainer das 3 gegen 3 auf vier Tore auch in der D-Jugend ein, weil es Entscheidungen und Spielverlagerung schult. Im Wettspielbetrieb gilt, was der Landesverband für die jeweilige Altersklasse festlegt.
Wie groß ist ein Funino Feld?
Der DFB nennt für das 3 gegen 3 ungefähr 25 × 20 m mit einer 6 m tiefen Schusszone vor jeder Grundlinie. Im Training sind auch bis zu 32 × 25 m üblich. Je jünger die Kinder, desto kleiner das Feld.
Wie groß sind Funino Tore?
Verwendet werden Minitore mit maximal 2,0 × 1,2 m. Je zwei Tore stehen an jeder Grundlinie, möglichst weit auseinander. Im Training lassen sie sich durch zwei Stangen im Abstand von etwa 2 m ersetzen.
Ist Funino die neue Spielform in der F-Jugend?
Die neue Spielform der F-Jugend umfasst 3 gegen 3 auf vier Minitore, 4 gegen 4 und 5 gegen 5. Das 3 gegen 3 mit Schusszone entspricht dem Funino-Prinzip. Welche Variante am Spieltag gespielt wird, regeln Kreis und Landesverband.
Wie läuft ein Funino Turnier ab?
Meist im Festivalmodus: mehrere Felder nebeneinander, Runden von 5 bis 10 Minuten, danach steigen die Sieger ein Feld auf und die Verlierer ein Feld ab. Es gibt keine Tabelle über den Tag hinaus. Wichtig ist ein klarer Plan, wann welches Team auf welchem Feld spielt.
Quellen
Geprüft im Oktober 2026. Regeln und Altersklassen variieren je nach Verband und Saison; prüfen Sie die örtlichen Bestimmungen.