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TrainingU13

Training D-Jugend: Räume besetzen, Anspielstationen, erstes Pressing

In der D-Jugend beginnt das Spiel in Räumen. Die Kinder spielen auf größeren Feldern mit mehr Mitspielern und müssen lernen, sich so zu verteilen, dass der Ballführende immer zwei oder drei Anspielstationen hat. Gleichzeitig ist es der richtige Zeitpunkt für erste, einfache Pressingregeln. Diese Trainingseinheit für die D-Jugend dauert 90 Minuten, ist für 14–16 Spieler (U12/U13) geplant und verbindet Raumaufteilung im Ballbesitz mit gemeinsamem Anlaufen gegen den Ball.

Taktische Grafik: D-Jugend-Einheit mit Spielaufbau 6 gegen 4 vor dem eigenen Tor und einem Positionsspiel 4 gegen 4 mit drei neutralen Spielern in drei Korridoren.

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In diesem Artikel
  1. Training D-Jugend: Spielverständnis statt Positionstreue
  2. Aufwärmen: Passraute mit Nachrücken
  3. Übung 1: Positionsspiel 4 gegen 4 + 3 in drei Korridoren
  4. Übung 2: Spielaufbau 5+TW gegen 4 auf Kontertore
  5. Abschlussspiel: 8+1 gegen 8+1 mit Zonenregel
  6. Ausklang, Belastung und Anpassungen

Training D-Jugend: Spielverständnis statt Positionstreue

Die D-Jugend umfasst die U12 und U13, in der Saison 2026/27 in der Regel die Jahrgänge 2014 und 2015. Gespielt wird je nach Landesverband meist 9 gegen 9 (acht Feldspieler und ein Torwart) auf einem verkleinerten Feld, in manchen Regionen auch 7 gegen 7. Die genaue Feldgröße, Torgröße und Spielzeit legen die Verbände fest; ein Blick in die Durchführungsbestimmungen des eigenen Kreises ist deshalb Pflicht.

Kognitiv können Kinder in diesem Alter einfache räumliche Prinzipien verstehen: „Wir machen das Feld breit, wenn wir den Ball haben“ und „Wir rücken zusammen, wenn der Gegner ihn hat.“ Sie können außerdem Auslöser erkennen, etwa einen Pass auf die Außenbahn als Signal zum gemeinsamen Anlaufen. Komplexe Pressingmechanismen mit Deckungsschatten und Abkippbewegungen bleiben dagegen den älteren Jahrgängen vorbehalten. Viele Spieler kommen zudem in die Pubertät; Wachstumsschübe können Koordination und Belastbarkeit vorübergehend verändern.

Ziel der Einheit: (1) Im Ballbesitz Breite und Tiefe herstellen, sodass der Ballführende mindestens zwei Anspielstationen hat. (2) Den Ball aus der eigenen Hälfte flach herausspielen. (3) Gegen den Ball einen einfachen Auslöser erkennen und gemeinsam anlaufen.

TeilZeitInhaltZiel
Aufwärmen15 Min.Passraute mit Nachrücken + MobilisationPassqualität, Körperstellung
Übung 120 Min.Positionsspiel 4 gegen 4 + 3 in KorridorenBreite, Tiefe, Anspielstationen
Übung 220 Min.Spielaufbau 5+TW gegen 4 auf KontertoreAufbau von hinten, erstes Pressing
Abschlussspiel25 Min.8+1 gegen 8+1 mit ZonenregelAnwendung im Wettspielformat
Ausklang10 Min.Auslaufen, Dehnen, RückmeldungRegeneration, Reflexion

Material: Bälle, 40 Hütchen, zwei Jugendtore, drei Minitore, Leibchen in drei Farben. Platz: ein D-Jugend-Feld oder eine Hälfte eines Großfelds.

Aufwärmen: Passraute mit Nachrücken

  • Organisation: zwei Rauten mit Hütchen im Abstand von etwa 15 Metern. Pro Raute 7–8 Spieler, zwei davon am Starthütchen.
  • Ablauf: Pass von unten nach links, der Empfänger nimmt den Ball in offener Stellung an und spielt zum oberen Spieler, der klatschen lässt oder aufdreht. Jeder Spieler läuft seinem Pass hinterher und übernimmt die nächste Position.
  • Dauer: 3 Serien à 3 Minuten, dazwischen jeweils 1 Minute Mobilisation (Ausfallschritte, Hüftöffner, kurze Steigerungsläufe).
  • Variante leichter: zwei Kontakte, Abstand 12 Meter.
  • Variante schwerer: Richtungswechsel auf Zuruf, direktes Spiel, oder ein passiver Gegenspieler in der Mitte.
  • Coaching: „Schulterblick vor der Annahme“, „Pass auf den Fuß, der weg vom Gegner zeigt“. Die Körperstellung des Empfängers entscheidet, ob der Ball in einem Kontakt weiterlaufen kann.
Passraute mit Nachrücken Abstand ca. 15 m Team A Pass Laufweg
Grafik 1. Passraute: Der Pass geht nach links, der Empfänger nimmt in offener Stellung an und spielt zur Spitze, die ablegt. Jeder Spieler folgt seinem Pass zur nächsten Position. In der Taktiktafel öffnen ↗

Übung 1: Positionsspiel 4 gegen 4 + 3 in drei Korridoren

  • Ziel: Breite und Tiefe herstellen, Anspielstationen anbieten, Dreiecke bilden.
  • Organisation: Feld von etwa 35×35 Metern, durch Hütchen in drei Längskorridore geteilt. Zwei Teams zu vier Spielern, drei neutrale Spieler: je einer auf beiden Grundlinien, einer im Feld.
  • Regeln: Das ballbesitzende Team spielt mit den Neutralen in Überzahl (7 gegen 4). Ein Punkt, wenn der Ball von einem Grundlinienspieler über mindestens einen Feldspieler zum gegenüberliegenden Grundlinienspieler gelangt. Im Ballbesitz muss jeder Korridor von mindestens einem Spieler besetzt sein, sonst zählt der Punkt nicht. Neutrale Spieler haben maximal zwei Kontakte.
  • Dauer: 4 Durchgänge à 3:30 Minuten, 1:30 Minuten Pause. Neutrale nach zwei Durchgängen tauschen.
  • Variante leichter: Feld 40×35 Meter, drei Kontakte für alle.
  • Variante schwerer: Ein Punkt nur, wenn der Ball zuvor durch den mittleren Korridor gespielt wurde; Pass von Grundlinie zu Grundlinie direkt verboten.
  • Coaching: „Wie viele Anspielstationen hat der Ballführende gerade?“ Die Spieler sollen lernen, nicht auf einer Linie mit dem Ballführenden und dem Gegner zu stehen. Wer zwischen zwei Gegnern steht, sollte einen Schritt seitlich gehen, um sichtbar zu werden.
  • Häufiger Fehler: Alle drängen zum Ball. Die Korridorregel macht das Problem sichtbar; in der Pause kann der Trainer ein Standbild stellen („Stopp! Wer ist anspielbar?“), höchstens zweimal pro Durchgang.
Positionsspiel in Korridoren N N N ca. 35×35 m, drei Korridore Team A Gegner Neutraler Spieler Pass
Grafik 2. Positionsspiel 4 gegen 4 + 3: Team A besetzt alle drei Korridore. Der Ball läuft vom unteren neutralen Spieler über den linken Korridor in die Mitte und weiter zum oberen neutralen Spieler. In der Taktiktafel öffnen ↗

Übung 2: Spielaufbau 5+TW gegen 4 auf Kontertore

Diese Übung trainiert beide Seiten: Team A lernt, den Ball flach aus der eigenen Hälfte herauszuspielen; Team B lernt, auf ein klares Signal gemeinsam anzulaufen. Nach zwei Durchgängen werden die Rollen getauscht.

  • Organisation: eigene Hälfte des D-Jugend-Feldes. Team A: Torwart, zwei Innenverteidiger, zwei Außenverteidiger, ein Sechser (5+1). Team B: vier Spieler (zwei Stürmer, zwei Mittelfeldspieler). An der Mittellinie stehen drei Minitore.
  • Regeln für Team A: Jeder Angriff beginnt beim Torwart. Ein Punkt, wenn der Ball flach in eines der Minitore gespielt oder über die Mittellinie gedribbelt wird. Lange Bälle sind nicht erlaubt.
  • Regeln für Team B: Ein Punkt für ein Tor ins große Tor. Team B darf erst pressen, wenn der Torwart den Ball abgespielt hat. Auslöser für gemeinsames Anlaufen: Pass auf einen Außenverteidiger. Ein Ballgewinn innerhalb von fünf Sekunden nach dem Auslöser zählt einen Zusatzpunkt.
  • Dauer: 4 Durchgänge à 4 Minuten, 2 Minuten Pause; Rollentausch nach Durchgang 2.
  • Variante leichter (für Team A): Team B nur mit drei Spielern.
  • Variante schwerer: Team B mit fünf Spielern, Team A mit zwei Kontakten.
  • Coaching Team A: „Breit machen, bevor der Torwart abspielt.“ Die Außenverteidiger stehen auf Höhe des Strafraums an der Seitenlinie, der Sechser bietet sich im Rücken der Stürmer an. Frage: „Wo ist der freie Spieler, wenn beide Stürmer auf die Innenverteidiger gehen?“
  • Coaching Team B: „Auf das Signal warten, dann zusammen.“ Wer allein anläuft, öffnet den Raum für den Gegner.

Häufige Fehler: Die Außenverteidiger stehen zu tief und zu nah an den Innenverteidigern, sodass ein Stürmer zwei Spieler gleichzeitig zustellen kann. Der Sechser versteckt sich hinter einem Gegenspieler, statt sich im Raum zwischen den beiden Stürmern zu zeigen. Und der Torwart spielt den ersten Pass zu dem Spieler, der bereits unter Druck steht. Für die Videoanalyse eignet sich eine einfache Frage: Wie viele Anspielstationen hatte der Torwart im Moment der Ballannahme? Bei weniger als zwei war die Ordnung vor dem Pass nicht gut genug.

Spielaufbau 5+TW gegen 4 1 4 5 3 2 6 Team A Gegner Pass Pressing
Grafik 3. Spielaufbau gegen vier Gegner: Der Torwart eröffnet auf den rechten Innenverteidiger, der auf den Außenverteidiger weiterspielt. Unter Druck spielt dieser ins Zentrum zum Sechser, der den Ball in das mittlere Kontertor passt. In der Taktiktafel öffnen ↗

Erste Pressingregeln für die D-Jugend

Pressing in diesem Alter heißt nicht, die ganze Zeit hoch anzulaufen. Es heißt, gemeinsam auf ein Signal zu reagieren. Für die D-Jugend reichen drei Regeln:

  1. Auslöser erkennen: Pass zum Außenverteidiger, schlechte Ballannahme oder Rückpass zum Torwart.
  2. Der nächste Spieler läuft an, und zwar so, dass der Rückpass ins Zentrum zu ist. Er läuft im Bogen und drängt den Ballführenden zur Seitenlinie.
  3. Die anderen rücken nach: Der zweite Stürmer stellt den Innenverteidiger zu, die Mittelfeldspieler schieben zum Ball. Wer weit weg steht, rückt in Richtung Ball und Mitte.
Pressing nach Auslöser Pressingzone Team A Gegner Pass Laufweg Pressing
Grafik 4. Erstes Pressing: Der Pass zum linken Außenverteidiger ist der Auslöser. Der linke Mittelfeldspieler läuft im Bogen an, der Stürmer schließt den Rückpass, der zweite Stürmer und der rechte Mittelfeldspieler verschieben zum Ball. In der Taktiktafel öffnen ↗

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Abschlussspiel: 8+1 gegen 8+1 mit Zonenregel

  • Organisation: D-Jugend-Feld mit zwei Jugendtoren, zwei Teams zu acht Feldspielern und Torwart, beide im eigenen Spielsystem (zum Beispiel 3-2-3 oder 2-3-2-1).
  • Zonenregel: Das Feld ist in drei Längskorridore geteilt (wie in Übung 1). Ein Tor zählt doppelt, wenn das angreifende Team im Moment des Torschusses alle drei Korridore besetzt hat.
  • Pressingregel: Ein Ballgewinn in der gegnerischen Hälfte, der innerhalb von zehn Sekunden zu einem Torschuss führt, zählt einen Zusatzpunkt.
  • Dauer: 2 Durchgänge à 10 Minuten, 3 Minuten Pause mit einer kurzen Analyse.
  • Coaching: Wenig ins Spiel rufen. In der Pause zwei Fragen: „Wann hatten wir drei Anspielstationen?“ und „Wann sind wir zu zweit statt allein angelaufen?“
8+1 gegen 8+1 im 3-2-3 Team A Gegner Pass Laufweg
Grafik 5. 8+1 gegen 8+1: Team A spielt im 3-2-3 und hält das Feld breit. Der Ball läuft vom Innenverteidiger über den Achter zum Flügelspieler, der Stürmer startet in die Tiefe. In der Taktiktafel öffnen ↗

Ausklang, Belastung und Anpassungen

Zehn Minuten am Ende: lockeres Auslaufen, einige Dehnübungen für Hüfte, Oberschenkel und Wade, dann eine kurze Runde. Ein Spieler fasst zusammen, was das Thema war; der Trainer ergänzt einen Punkt für das nächste Spiel. In der D-Jugend ist es sinnvoll, die Spieler aktiv nach ihrer Einschätzung zu fragen, statt nur Rückmeldung zu geben.

Belastung: Die Einheit enthält rund 45 Minuten intensive Spielformen. Bei Spielern in Wachstumsschüben auf Knie- und Fersenbeschwerden achten und bei Bedarf die Durchgänge verkürzen. Sprung- und Krafttraining mit Zusatzgewicht gehören in diesem Alter nicht ins Programm; Koordination, Stabilisation mit Körpergewicht und Lauftechnik dagegen schon.

  • 10–12 Spieler: Übung 1 als 3 gegen 3 + 3; Übung 2 als 4+TW gegen 3; Abschlussspiel 6+1 gegen 5+1 oder mit Joker.
  • 18–20 Spieler: Übung 1 auf zwei Feldern; Übung 2 auf beiden Hälften parallel; im Abschlussspiel zwei Teams plus wechselnde dritte Mannschaft (Spielzeit 6 Minuten, Sieger bleibt drin).
  • Ein Trainer allein: Übung 2 auf die Hälfte begrenzen und nur Team B coachen, Team A über die Punktregel steuern.
  • Spielbetrieb 7 gegen 7: Abschlussspiel als 6+1 gegen 6+1 im 2-3-1 oder 3-2-1; Korridorregel bleibt.
  • Leistungsunterschiede: Neutrale Spieler im Positionsspiel gezielt mit stärkeren Spielern besetzen, damit die Überzahl für die anderen funktioniert.

Die passenden Positionen für das 9er-Feld erklärt der Beitrag Spielsystem im 9er-Fußball der D-Jugend. Weitere Spielaufbau-Übungen stehen im Artikel Spielaufbau trainieren.

Häufige Fragen

Was sollte man in der D-Jugend trainieren?

Neben Technik rücken jetzt Spielverständnis und Raumaufteilung in den Vordergrund: Breite und Tiefe im Ballbesitz, Freilaufen, Spielaufbau von hinten und einfache Regeln gegen den Ball. Technik bleibt Teil jeder Einheit, idealerweise in Spielformen mit Gegnerdruck.

Ab wann Pressing im Jugendfußball trainieren?

Erste Pressingregeln lassen sich in der D-Jugend sinnvoll einführen: gemeinsam auf ein Signal anlaufen und den Rückpass schließen. Komplexe Pressingsysteme mit festen Rollen und Fallen gehören eher in die C- und B-Jugend.

Welches Spielsystem passt für 9 gegen 9 in der D-Jugend?

Häufig genutzt werden 3-2-3 und 2-3-2-1, weil sie Breite und Tiefe gut abbilden und klare Dreiecke bilden. Wichtiger als das System ist, dass die Spieler verschiedene Positionen kennenlernen.

Wie lange dauert ein Training in der D-Jugend?

Üblich sind 75 bis 90 Minuten, zwei- bis dreimal pro Woche. Mehr als 90 Minuten bringen in diesem Alter selten Mehrwert; besser sind kürzere Einheiten mit hohem Spielanteil.

Quellen

  1. DFB – Kinderfußball: neue Spielformen (G- bis E-Jugend)

Geprüft im Oktober 2026. Regeln und Altersklassen variieren je nach Verband und Saison; prüfen Sie die örtlichen Bestimmungen.