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Training

Fußball Übungen für große Gruppen: 24 Kinder, ein Trainer

Fußball Übungen für große Gruppen funktionieren nur mit einer Organisation, die ohne den Trainer läuft. Wer 24 Kinder allein betreut, teilt sie in vier Stationen auf, von denen drei selbstständig laufen und eine gecoacht wird. Die folgende Einheit von 75 Minuten für die F- und junge E-Jugend kommt fast ohne Warteschlangen aus: Jedes Kind hat in jeder Minute einen Ball oder einen Gegenspieler.

Taktische Grafik eines Stationstrainings: vier Stationen auf dem halben Platz mit Funino, Duell, Passtoren und Torschuss, in der anderen Hälfte Kinder beim Dribbling.

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In diesem Artikel
  1. Ausgangslage: 24 Kinder, ein halber Platz, ein Trainer
  2. Der Ablauf und der Rotationsplan
  3. Aufwärmen: Schwarmdribbling mit Fängern
  4. Fußball Übungen für große Gruppen: die vier Stationen
  5. Abschluss: Funino-Festival auf vier Feldern
  6. Anpassungen und typische Fehler

Ausgangslage: 24 Kinder, ein halber Platz, ein Trainer

In vielen Vereinen ist das Normalfall: In der F-Jugend stehen 24 Kinder auf dem Platz, ein Trainer ist da, der zweite fehlt wegen Schichtdienst. Klassische Übungen mit Kolonnen bedeuten dann, dass ein Kind pro Minute vielleicht zwei Ballkontakte hat und die übrige Zeit wartet. Wartezeit ist bei Kindern zwischen 7 und 10 Jahren das größte Problem: Sie verlieren Konzentration, schubsen sich und haben nach dem Training das Gefühl, kaum gespielt zu haben.

Kinder in diesem Alter lernen vor allem durch Wiederholung im Spiel. Ihre Aufmerksamkeitsspanne für Erklärungen ist kurz, ihre Bewegungsfreude groß. Eine gute Einheit für große Gruppen nutzt das: wenige, einfache Regeln, kleine Mannschaften, Wechsel nach festen Zeiten. Wichtig ist auch die Sicherheit: Bei so vielen Kindern auf engem Raum fliegen Bälle. Stationen mit Torschuss liegen deshalb am Rand und schießen nicht in Richtung der anderen Gruppen. Der Trainer erklärt jede Station nur einmal zu Beginn und verbringt die meiste Zeit dort, wo Coaching den größten Unterschied macht.

  • Gruppe: 20–30 Kinder, F-Jugend bis junge E-Jugend (U8–U10).
  • Platz: halber Großfeldplatz.
  • Material: 1 Ball pro Kind, 6 Minitore, 1 Kleinfeldtor oder 2 Stangen, ca. 30 Hütchen in zwei Farben, Leibchen in vier Farben, eine Pfeife, eine Uhr mit Timer.
  • Dauer: 75 Minuten.
  • Ziel: maximale Ballkontakte, Dribbling und Duell, Passen mit Ziel, Spielfreude.

Der Ablauf und der Rotationsplan

TeilZeitInhaltZiel
Aufbauvor dem TrainingStationen aufbauen, Leibchen verteilenkeine Wartezeit beim Start
Aufwärmen10 Min.Schwarmdribbling mit FängernBallgefühl, Orientierung
Stationen4 × 10 Min. + WechselFunino, Duell, Passtore, TorschussWiederholungen ohne Warten
Abschluss18 Min.Funino-Festival auf vier FeldernSpielen, Erfolgserlebnisse
Ausklang3 Min.Kreis, eine Frage, AbklatschenRitual, Rückmeldung

Die vier Stationen liegen in den vier Ecken des halben Platzes. Der Trainer steht in der Mitte, sodass er alle Gruppen sieht. Nach 10 Minuten pfeift er, alle Gruppen wechseln im Uhrzeigersinn. Für den Wechsel reicht eine Minute, wenn jede Station mit einer eigenen Hütchenfarbe markiert ist und die Kinder beim ersten Durchgang den Weg einmal gezeigt bekommen.

Stationsplan auf dem halben Platz Station 1 Station 2 Station 3 Station 4 T Funino 3 gegen 3 1 gegen 1 Duell Passtore Torschuss Wechsel alle 10 Min. im Uhrzeigersinn Trainer Laufweg
Grafik 1. Stationsplan: vier Felder von je ca. 25 × 20 m in den Ecken des halben Platzes. Der Trainer steht in der Mitte, die Gruppen wechseln alle 10 Minuten im Uhrzeigersinn. In der Taktiktafel öffnen ↗

Aufwärmen: Schwarmdribbling mit Fängern

Feld: ca. 40 × 30 m. Organisation: alle Kinder mit Ball im Feld, drei Fänger ohne Ball mit Leibchen. Regeln: Die Fänger versuchen, einem Dribbler den Ball wegzuspielen. Wer den Ball verliert, wird Fänger, und der Fänger übernimmt den Ball. Dauer: 4 Durchgänge à 2 Minuten, dazwischen 30 Sekunden Ballaufgaben im Stand: Sohle ziehen, Ball um den Körper führen, Ball hochwerfen und mit dem Fuß stoppen.

Schwarmdribbling mit Fängern ca. 40 × 30 m T alle Kinder mit Ball, 3 Fänger mit Leibchen Team A Gegner Trainer Dribbling Pressing
Grafik 2. Schwarmdribbling: Alle Kinder dribbeln im Feld, drei Fänger versuchen, Bälle wegzuspielen. Die Dribbler müssen den Kopf heben und in freie Räume ausweichen. In der Taktiktafel öffnen ↗
  • Coaching: „Wo ist Platz?“ statt „Kopf hoch!“; Ball nah am Fuß, wenn ein Fänger kommt; Richtungswechsel mit Innen- und Außenseite.
  • Leichter: nur ein Fänger, größeres Feld.
  • Schwerer: mehr Fänger, kleineres Feld, Fänger dürfen zu zweit jagen.

Das Aufwärmen mit großen Gruppen ist der Moment, in dem jede Wartezeit vermieden wird. Eine Übung, in der alle Kinder gleichzeitig aktiv sind, ersetzt Laufrunden und Dehnen vollständig. Weitere Ideen stehen im Beitrag Aufwärmen im Fußball mit Ball.

Fußball Übungen für große Gruppen: die vier Stationen

Station 1: Funino 3 gegen 3 (selbstständig)

Feld 25 × 20 m, vier Minitore, Schusszone 6 m vor den Toren. Sechs Kinder spielen 3 gegen 3, bei sieben oder acht Kindern wechselt nach jedem Tor ein Spieler. Die Regeln kennen die Kinder vom Spieltag, deshalb läuft die Station ohne Trainer. Einwurf wird durch Eindribbeln ersetzt.

Station 2: Duell 1 gegen 1 (mit Trainer)

Feld 25 × 20 m, zwei Hütchentore an der gegenüberliegenden Linie. Ein Angreifer und ein Verteidiger starten gleichzeitig aus zwei Reihen. Der Angreifer versucht, durch eines der beiden Tore zu dribbeln. Gewinnt der Verteidiger den Ball, dribbelt er über die Startlinie. Bei sechs Kindern sind immer zwei aktiv, zwei warten, zwei holen Bälle – nach 15 Sekunden ist das nächste Paar dran. Hier coacht der Trainer: Tempo auf den Verteidiger, Täuschung, Richtungswechsel, und beim Verteidigen seitlich stehen und den Angreifer auf eine Seite lenken.

Station 1 Funino und Station 2 Duell T 1: Funino, selbstständig 2: Duell, Trainer coacht Team A Gegner Trainer Pass Laufweg Dribbling Pressing
Grafik 3. Station 1 läuft selbstständig als Funino 3 gegen 3 auf vier Minitore. An Station 2 dribbelt der Angreifer auf eines der beiden Hütchentore zu, der Verteidiger kommt von der Seite. Der Trainer steht zwischen beiden Feldern. In der Taktiktafel öffnen ↗

Station 3: Passtore (selbstständig)

Im Feld stehen sechs bis acht Hütchentore von 2 m Breite. Die Kinder spielen in Paaren mit einem Ball. Ein Pass durch ein Tor zum Partner zählt einen Punkt. Danach muss das Paar ein anderes Tor suchen. Jedes Paar zählt in 90 Sekunden seine Punkte und versucht, im nächsten Durchgang mehr zu schaffen. Die Station braucht keinen Trainer, weil die Zählregel die Kinder selbst antreibt.

Station 4: Torschuss nach Dribbling (selbstständig)

Ein Kleinfeldtor oder ein Stangentor, ein Torwart aus der Gruppe. Zwei Reihen starten von links und rechts, dribbeln an und schießen aus der Zone. Nach fünf Schüssen wechselt der Torwart. Das Tor steht so, dass die Kinder in Richtung Grundlinie schießen und kein Ball in eine andere Station fliegt. Wer sicher trifft, bekommt eine Zusatzaufgabe: Schuss nur mit dem schwächeren Fuß oder Abschluss direkt nach einer Finte. So bleibt die Station auch für die stärkeren Kinder eine Herausforderung, ohne dass sich der Ablauf ändert. Damit die Reihen kurz bleiben, starten beide Seiten abwechselnd im Rhythmus von etwa 10 Sekunden. Wer geschossen hat, holt seinen Ball und stellt sich auf der anderen Seite an.

Station 3 Passtore und Station 4 Torschuss 3: Passtore Punkte zählen in 90 s 4: Torschuss TW wechselt nach 5 Schüssen Team A Pass Laufweg Dribbling
Grafik 4. An Station 3 passen drei Paare durch die Hütchentore und suchen danach ein neues Tor. An Station 4 dribbeln die Kinder abwechselnd von links und rechts an und schießen auf das kleine Tor, der Torwart wechselt nach fünf Schüssen. In der Taktiktafel öffnen ↗

Warum ist das Duell die gecoachte Station? Im 1 gegen 1 entscheidet die Qualität der Ausführung: Wie früh nimmt der Angreifer Tempo auf, wann täuscht er, auf welcher Seite geht er vorbei? Hier helfen kurze Hinweise und Fragen sofort. In Funino, Passtoren und Torschuss lernen die Kinder dagegen durch die Regel selbst – das Spiel korrigiert sie. Wer einen zweiten Erwachsenen hat, kann die gecoachte Station wechseln, etwa im nächsten Training den Torschuss betreuen und dort die Schusstechnik mit Spann und Innenseite verbessern.

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Abschluss: Funino-Festival auf vier Feldern

Nach den Stationen bleiben die vier Felder einfach stehen. Auf jedem Feld wird nun 3 gegen 3 gespielt, die Minitore aus den Stationen 2 bis 4 werden umgestellt. Bei 24 Kindern spielen acht Dreierteams. Bei 26 oder 28 Kindern bekommt jedes Team einen vierten Spieler, der nach jedem Tor einwechselt.

  • Runden: 4 × 4 Minuten, eine Minute Pause.
  • Modus: Nach jeder Runde steigen die Sieger ein Feld auf, die Verlierer ein Feld ab. Bei Unentschieden entscheidet Schere-Stein-Papier.
  • Regel: Tore nur aus der Schusszone, kein Torwart.
  • Trainer: steht in der Mitte, zeigt die Zeit an und lobt gezielt einzelne Aktionen, statt laufend zu korrigieren.
Abschluss: Funino-Festival auf vier Feldern T Sieger ein Feld auf, Verlierer ein Feld ab Team A Gegner Trainer Pass Dribbling
Grafik 5. Funino-Festival: Auf allen vier Feldern wird gleichzeitig 3 gegen 3 gespielt. Nach jeder Runde steigen die Sieger ein Feld auf und die Verlierer ein Feld ab. In der Taktiktafel öffnen ↗

Das Festival ist dasselbe Prinzip wie an den Spieltagen der neuen Spielformen im Kinderfußball. Die Kinder kennen es, und es braucht keine Erklärung. Mehr dazu steht im Beitrag zu den Funino Regeln. Zum Abschluss sitzen alle im Kreis. Der Trainer stellt eine Frage, zum Beispiel: „Wann hast du heute einen Gegner ausgedribbelt?“ – und verabschiedet jedes Kind mit Abklatschen.

Anpassungen und typische Fehler

  • 30 Kinder: fünf Stationen, die fünfte als zweites Funino-Feld; Wechsel nach 8 Minuten.
  • Nur 16 Kinder: drei Stationen, Duell und Torschuss zusammenlegen.
  • Eltern als Helfer: An Station 4 kann ein Elternteil Bälle zurückrollen und die Torwartwechsel anzeigen. Coaching bleibt beim Trainer.
  • Unterschiedliches Niveau: Gruppen nach Leistung nur an Station 2 bilden, damit die Duelle ausgeglichen sind; in den Spielformen gemischt lassen.
  • Wenig Material: Hütchentore ersetzen Minitore, Trinkflaschen ersetzen Hütchen.
  1. Lange Erklärungen am Anfang. Wer jede Station fünf Minuten erklärt, verliert 20 Minuten. Lösung: erste Station erklären, die anderen beim ersten Wechsel vor Ort.
  2. Zu viele Regeln an einer Station. Eine Regel pro Station, jede Variation erst nach dem zweiten Durchgang.
  3. Der Trainer bleibt nur an einer Station. Die gecoachte Station ist der Schwerpunkt, aber nach jedem Wechsel lohnt ein kurzer Rundgang. Dort, wo es hakt, wird die Regel vereinfacht.
  4. Stationen zu weit auseinander. Wenn der Trainer von der Mitte aus nicht alle vier Felder sieht, entstehen Streit und Pausen. Die Felder lieber enger stellen und dafür 2–3 m Abstand zwischen ihnen lassen.
  5. Wechsel ohne Signal. Ein festes Pfiffsignal und die Regel „Ball unter den Arm, zur nächsten Station gehen“ verhindern Chaos.
  6. Kolonnen im Torschuss. Wenn mehr als zwei Kinder warten, wird ein zweites Tor aufgebaut oder eine Spielform 2 gegen 2 daraus gemacht.

Häufige Fragen

Wie trainiere ich mit 25 Kindern allein?

Mit Stationen, die selbstständig laufen: Funino 3 gegen 3, Passspiele mit Zählregel und Torschuss mit wechselndem Torwart. Der Trainer coacht an einer Station und wechselt die Gruppen alle 8 bis 10 Minuten im Uhrzeigersinn.

Welches Aufwärmen eignet sich für eine große Gruppe?

Spiele, bei denen alle gleichzeitig aktiv sind: Dribbling im Schwarm mit Fängern, Ball-Abschießen oder Farbspiele mit Ball. Laufen in Kolonnen und Dehnen in der Reihe sind bei Kindern nicht nötig und kosten Zeit.

Wie lange sollte eine Station dauern?

Für F- und E-Jugend sind 8 bis 10 Minuten ein guter Richtwert. Kürzere Stationen bringen zu viele Wechsel, längere lassen die Konzentration sinken. Die Wechselzeit sollte unter einer Minute bleiben.

Wie viele Kinder pro Trainer sind sinnvoll?

Als Faustregel gelten in der Praxis acht bis zwölf Kinder pro Trainer. Mit guter Stationsorganisation lässt sich auch eine größere Gruppe sinnvoll trainieren, aber der Verein sollte versuchen, weitere Trainer oder Helfer zu gewinnen.

Quellen

  1. DFB – Kinderfußball: Spielformen in G-, F- und E-Jugend

Geprüft im Oktober 2026. Regeln und Altersklassen variieren je nach Verband und Saison; prüfen Sie die örtlichen Bestimmungen.